Nach schwachem Saisonstart von Bayer 04

Trainer Herrlich zeigt Verständnis für Kritik

Bayer-Trainer Heiko Herrlich.FOTO: dpa / Patrick Seeger

Bayer-Trainer Heiko Herrlich kann die Kritik am bisherigen Abschneiden der Werkself nachvollziehen. Bis zur Winterpause will er mit seiner Mannschaft einige Plätze aufholen.

Die vergangenen Wochen waren nicht einfach für Heiko Herrlich. Nach dem schwachen Saisonstart mit drei Niederlagen in Serie geriet der Coach von Bayer 04 zunehmend in die Kritik. Daran änderten auch die vier Siege aus den vergangenen sechs Pflichtspielen nicht viel. Noch immer hängt die Werkself in der Liga auf dem 14. Tabellenplatz fest – enttäuschend für einen Bundesligisten mit Champions-League-Ambitionen. Im Gespräch mit unserer Redaktion zeigte der gebürtige Mannheimer, der von Sportgeschäftsführer Rudi Völler zuletzt Rückendeckung erhielt, Verständnis für die Gefühlslage einiger Bayer-Fans, die unzufrieden mit den bisher gezeigten Leistungen sind.

„Natürlich. Die Kritik akzeptiere ich auch. Der Fan will genau wie wir immer gewinnen“, sagte Herrlich. Das 0:0 in Freiburg am vergangenen Sonntag erklärte der Fußballlehrer unter anderem mit der hohen Belastung im ersten Saisondrittel. „Einige Spieler, die zuletzt nicht rotieren konnten, waren zum Teil auch richtig platt. Deswegen müssen und können wir mit dem Punkt gut leben.“ In Julian Baumgartlinger, Charles Aranguiz, Panagiotis Retsos und Joel Pohjanpalo fallen derzeit einige Profis verletzt aus.

Die Kritik an seiner Person beschäftigt den ehemaligen Stürmer von Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund indes weniger. „Ich bin seit 1989 im Profifußball aktiv. Als junger Spieler hat mich so etwas sicherlich mehr heruntergezogen als jetzt mit mehr Erfahrung. Wenn man die Ergebnisse nicht holt, kommt man in Erklärungsnot. Dann wird man schnell damit konfrontiert, dünnhäutig zu sein, eine Abwehrhaltung einzunehmen oder die Situation zu unterschätzen. Das muss ich aushalten und der Kritik stelle ich mich“, erklärte der 46-Jährige. Dass inzwischen bereits nach zwei, drei Spieltagen ohne Erfolg Trainerdiskussionen aufkommen, sieht er kritisch. „Es sind oft dieselben, die fehlende Kontinuität anprangern, aber eine Woche später einen Trainerwechsel fordern. Ich muss schauen, dass ich mit mir im Reinen bin. Und ich möchte mich auch nicht beklagen. Es gibt in der freien Wirtschaft viele andere Jobs, die vielleicht härter sind als meiner. Ich liebe meine Arbeit, meine Spieler und mein Trainerteam und komme jeden Tag gerne hierher. Ich bin dankbar und demütig, dass ich Trainer von Bayer Leverkusen sein darf.“

(sb)
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