Regisseur Milos Forman

Der widerständige Geist von Hollywood

Düsseldorf. Der große Regisseur Milos Forman ist 86-jährig gestorben. Sein Meisterwerk "Einer flog über das Kuckucksnest" bewegt noch heute.

Der große Regisseur Milos Forman ist 86-jährig gestorben. Sein Meisterwerk "Einer flog über das Kuckucksnest" bewegt noch heute.


Wer den Film "Einer flog über das Kuckucknest" zum ersten Mal sieht, wird danach nicht ruhig schlafen können. Das Finale dieser Produktion, diese legendäre Szene im Schlafsaal der Psychiatrie, ist so eindringlich, dass man geradezu eine Faust auf der Brust spürt. Der von Jack Nicholson gespielte Randle McMurphy, der eine psychische Erkrankung nur vorgetäuscht hatte, um einer Gefängnisstrafe zu entgegen, liegt in seinem Anstaltsbett. Sein Kumpel, Chief Bromden, setzt sich zu ihm und will ihn zur Flucht überreden. Doch dann sieht er an den Schläfen des Freundes die Narben jener Operation, mit der man ihn ruhiggestellt und seiner Persönlichkeit beraubt hat. Er umarmt den regungslosen Mann, und bevor Bromden alleine flüchtet, sagt er: "So lass ich dich nicht hier. Du kommst mit mir. Lass uns gehen." Dann drückt er McMurphy ein Kissen aufs Gesicht.

Milos Forman wurde für diesen heute noch bewegenden Film 1976 mit dem Regie-Oscar geehrt. "Einer flog über das Kuckucksnest" gewann auch in der Kategorie Bester Film, Jack Nicholson wurde ebenfalls ausgezeichnet. Dabei wollte eigentlich Kirk Douglas seine Rolle spielen. Der war schon in dem Theaterstück aufgetreten, das aus dem gleichnamigen Kultroman von Ken Kesey hervorgegangen war. Sein Sohn, der Schauspieler Michael Douglas, der das "Kuckucksnest" produzierte, hatte den Vater aber überredet, von seinem Plan zurückzutreten. Jack Nicholson wurde dadurch endgültig zum Superstar und Milos Forman zum Meisterregisseur.

(hols)
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