Film mit Nicole Kidman und Russell Crowe

Der verlorene schwule Sohn

Lucas Hedges (l.) als Jared in einer Szene des Films „Der verlorene Sohn“. Foto: dpa FOTO: dpa / Kyle Kaplan

Regisseur Joel Edgerton inszeniert das Schicksal des zwangstherapierten Homosexuellen Garrard Conley.

(dpa) In einigen Gegenden der USA ist die sogenannte Reparativtherapie bis heute weit verbreitet. Mit ihren Methoden versprechen selbsternannte Heiler Homosexuellen die Hoffnung darauf, ihre vermeintlich aus einer Sünde heraus entstandenen Neigungen in den Griff zu bekommen. In den meisten Fällen sind es allerdings gar nicht die Betroffenen selbst, die meinen, auf diesem Wege von einer Last befreit zu werden, sondern die Eltern.

Genau solche Eltern, für die eine Homosexualität ihres Sohnes eine furchtbare Vorstellung darstellte, waren auch die des Teenagers Garrard Conley, der über seine Erfahrungen ein Buch schrieb. In „Boy Erased“ schildert er die wenigen Tage seines Aufenthalts in einer therapeutischen Einrichtung für Schwule und Lesben. Joel Edgerton, dessen Regiedebüt „The Gift“ bereits begeisterte, hat daraus jetzt einen Film gemacht.

Teenager Jared Eamons (Lucas Hedges) ist wohlbehütet in der Obhut seiner Eltern Nancy (Nicole Kidman) und Marshall (Russell Crowe) aufgewachsen. Doch je älter er wird, desto mehr fühlt er sich sexuell zu Männern hingezogen – und das ist für seine Familie ein Problem. Denn als Baptistenprediger ist es für Marshall unmöglich, die Neigungen seines Sohnes zu akzeptieren. Über den Kopf seiner aufgeschlosseneren Ehefrau hinweg verdonnert er den Jungen zu einer religiösen Reparativtherapie. Hier sollen homosexuelle Teenager mit äußerst streitbaren Methoden umerzogen werden.

(dpa)
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