„Matangi/Maya/M.I.A.“

Mit HipHop gegen das System

Wütende junge Frau in Do-It-Yourself-Ästhetik: Mathangi Arulpragasam alias M.I.A. FOTO: Rapid Eye

Ein Dokumentarfilm erzählt den Werdegang der großartigen Musikerin M.I.A.

Als sie zehn Jahre alt war, floh Mathangi Arulpragasam, die wir heute unter ihrem Künstlernamen M.I.A. kennen, aus Sri Lanka. In ihrer Heimat wütete der Bürgerkrieg, und ihr Vater war Anführer des tamilischen Widerstands. So kam sie nach Mitcham im Südwesten Londons, und da hörte sie eines Abends diese eigenartige Musik, die aus der Nachbarwohnung drang. Die Musik war wütend und aggressiv, ein ständiger Alarm; es war HipHop von Public Enemy, und Mathangi dachte: Sowas will ich auch machen.

Der Dokumentarfilm „Matangi/Maya/M.I.A.“ erzählt den künstlerischen Werdegang der Musi­kerin M.I.A., die HipHop und Electro verbindet und in ihren Songs die Verhältnisse kritisiert. Ihre ersten beiden Alben „Arular“ (2005) und Kaya“ (2007) waren fabelhaft, und zum Weltstar wurde sie durch ihre Beteiligung am Soundtrack zum Kino-Hit „Slumdog Millionaire“. M.I.A. wurde für den Oscar nominiert, Madonna rief an und arbeitete mit ihr, gemeinsam traten sie beim Super Bowl auf, und das Ergebnis war eine 12-Millionen-Dollar-Klage gegen M.I.A., weil die vor laufender Kamera ihren Mittelfinger zeigte.

M.I.A. studierte an der Kunstschule, sie wollte Dokumentarfilmerin werden, deshalb hat sie sich ständig selbst gefilmt. Auf dieses Material baut nun auch die Doku ihres Kommilitonen Steve Loveridge, und das ist einerseits schön, weil man dieser faszinierenden Frau nahe zu kommen meint. Andererseits schreibt M.I.A. damit die Deutung bereits vor, und Loveridge stellt nie in Frage, was sie in die Kamera spricht und wie sie sich da gibt.

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