Anklage der Staatswanwaltschaft

Weinsteins Mitarbeiter duldeten offenbar sexuelle Übergriffe

Harvey Weinstein in New York (Archivbild vom 05.12.2012).FOTO: rtr, CA/LP/HK

Sexuelle Übergriffe und Todesdrohungen wirft der Staat New York Filmmogul Harvey Weinstein und seiner Ex-Firma vor. Geschäftsführung und Vorstand sollen von den Vergehen des inzwischen entlassenen Produzenten gewusst haben. Die Klageschrift gibt erschreckende Details preis.

Das Verhalten des Produzenten sei über Jahre wissentlich hingenommen und in obersten Etagen auch unterstützt worden, sagte New Yorks Staatsanwalt Eric Schneiderman am Montag. Trotz Dutzender formeller Beschwerden und vieler weiterer Vorwürfe seien diese entgegen rechtlicher Vorschriften zwischen 2005 und 2017 nie untersucht worden.

"Wir haben noch nie etwas so Abscheuliches gesehen", sagte Schneiderman, dessen Büro die Vorwürfe seit vier Monaten untersucht und weiter ermittelt. "Die Führung der Weinstein Company war mitschuldig am Verhalten Harvey Weinsteins. Sie wussten, was vor sich geht. Und sie wussten, wie verbreitet es war. Trotzdem taten sie nichts", sagte Schneiderman.

Schneiderman hatte am Sonntag Zivilklage gegen die Weinstein Company eingereicht und damit einen bevorstehenden Verkauf der Firma an eine Investorengruppe in letzter Minute verhindert. Nach Informationen des "Wall Street Journal" wollte die Gruppe hinter Unternehmerin Maria Contreras-Sweet 500 Millionen Dollar (407 Mio Euro) für das wankende Unternehmen zahlen.

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