Zwischenhändler-Insolvenz

Aufruhr im Vorfeld der Leipziger Buchmesse

Wie geht es weiter mit dem Buchmarkt? Foto: Jens Kalaene FOTO: Jens Kalaene

Frankfurt/Leipzig. Auf der Leipziger Buchmesse wird kommende Woche in Halle 3 auch das Unternehmen KNV mit einem Stand vertreten sein. Dafür hätten sich vor kurzem wohl nur Insider interessiert. Doch seit der Buch-Großhändler Mitte Februar Insolvenz angemeldet hat, ist KNV plötzlich bundesweit ein Begriff.

Die Zahlungsunfähigkeit hat die Branche in helle Aufregung versetzt. Fachblätter sprachen von einem „Beben“, da ein „systemrelevanter“ Dominostein umzukippen drohte.

In der komplizierten Logistik der Buchbranche ist der traditionsreiche Stuttgarter Grossist KNV (Koch, Neff&Volckmar) mit seinen rund 1800 Beschäftigten der wichtigste Mittler zwischen Verlagen und Buchhandlungen. In den Depots - mit dem hochmodernen neuen Zentrallager in Erfurt an der Spitze - hat der Zwischenhändler nach eigenen Angaben fast 600 000 Titel ständig vorrätig. Sie können über Nacht an rund 5600 Buchläden in Deutschland sowie Österreich und der Schweiz - die sogenannten Sortimenter - ausgeliefert werden.

Der Auftritt auf der Buchmesse soll nun „ein klares Signal in Richtung Zukunft“ setzen, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Tobias Wahl. KNV will in Leipzig auch eine neue Kooperation mit dem Buchhandel vorstellen.

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