Filmfestival von Locarno

Goldener Leopard geht an die Dokumentation „Mrs. Fang“

„Goldener Leopard“: 18 Beiträge aus aller Welt bewerben sich um den Hauptpreis. Foto: Jean-Christophe BottFOTO: Jean-Christophe Bott

Locarno. Überraschung zum Finale des 70. internationalen Filmfestivals in Locarno: Der Hauptpreis, der „Goldene Leopard“, ging an die Dokumentation „Mrs. Fang“ des chinesischen Regisseurs Wang Bing.

Das gab die Jury unter Vorsitz des französischen Regisseurs Olivier Assayas („Carlos – Der Schakal“) am Samstag bekannt. Der Film, der das Sterben einer an Alzheimer leidenden alten Frau beobachtet, wurde von deutschen, französischen und chinesischen Produzenten finanziert.

Die Wettbewerbsjury hat vielfach an den Erwartungen vorbei entschieden. Am augenfälligsten ist das bei den Ehrungen der besten Schauspieler. Hoch gehandelt worden waren die Deutsche Johanna Wokalek in „Freiheit“ und der US-Amerikaner Harry Dean Stanton in „Lucky“.

Ausgezeichnet wurden die Französin Isabelle Huppert als zickige Lehrerin in „Madame Hyde“ (Frankreich/Belgien) und der Däne Elliott Crosset Hove als gewalttätiger Arbeiter in „Winterbrüder“ (Dänemark/Island).

Anders als diese Entscheidungen, findet die Vergabe des Spezialpreises der Jury an den brasilianisch-französischen Spielfilm „Gute Manieren“ (Regie: Juliana Rojas, Marco Dutra) einhellig Beifall. Das Drama erzählt vom Leben einer jungen Frau und ihres angenommenen Sohnes, der sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt. Der Film entspricht genau der auf dem Festival in Locarno gern gepflegten Balance von Unterhaltung und Anspruch.

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