„Unser Genie“

Italiens Regierung schmückt sich mit Leonardo

Italien feiert Leonardo da Vinci. Foto: Gregorio Borgia FOTO: Gregorio Borgia

Rom. Die Botschaft war klar. Als der italienische Regierungschef Giuseppe Conte mit seinem Vize Matteo Salvini auf die Bühne tritt, flimmern Leonardo da Vincis Meisterwerke in Großformat im Hintergrund. 500 Jahre liegt der Tod des Universalgenie am 2. Mai zurück.

Ein guter Zeitpunkt für die populistische Regierung in Rom, die Bühne bei der Vorstellung für das Jubiläumsprogramm für den eigenen Auftritt zu nutzen: Der Tod des Renaissance-Künstlers soll auch Italiens Größe in die Welt tragen.

„Unser Genie“ nennt Conte Leonardo, der 1452 in dem kleinen Ort Vinci in der Toskana geboren wurde und 1519 in Frankreich starb. Auch seine Regierung arbeite an Visionen, die gut für das Land seien. Innenminister Salvini sagt, Leonardo lehre die Menschen: „Wenn du einen Traum hast, kannst du es schaffen.“ Ein Slogan, den auch Salvini als Chef der rechten Lega immer wieder benutzt. Unterschwellig schwingt der Vergleich der Populisten mit einem der größten Genies der Welt mit.

Doch Leonardo kannte keine Grenzen, während fremdenfeindliche Politiker wie Salvini genau diese hochziehen. Und die Gutausgebildeten, die heutigen Genies, verlassen wegen fehlender Förderung in Scharen das Land.

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