Schmuckstücke

Krefelder Bauhaus-Villen in neuem Glanz

Die Bauhaus-Villen Haus Esters und Haus Lange in Krefeld. Foto: Roland Weihrauch FOTO: Roland Weihrauch

Krefeld. Ludwig Mies van der Rohe hätte die beiden Villen in Krefeld gerne radikaler gebaut. Doch seine Auftraggeber, zwei Seidenfabrikanten, ließen sich nicht auf alle Ideen des letzten Bauhaus-Direktors ein: Eine reine Glasfront zum Garten - damit kam der Architekt Ende der 1920er Jahre nicht durch.

Die Herren Esters und Lange wollten mehr Privatheit für sich und ihre Familien.

Die Backstein-Wohnhäuser in einem Villenvorort von Krefeld sind Schmuckstücke der Bauhaus-Architektur in Nordrhein-Westfalen. Heute werden Haus Esters und Haus Lange als Museen genutzt. Doch im Bauhaus-Jahr werden sie selbst zum Schaustück. In den weitgehend leeren Räumen können Besucher mit Spezialbrillen die ursprüngliche Möblierung ansehen. Von Sonntag an (17. März) können die beiden Bauhaus-Villen nach einem Jahr Pause wieder besichtigt werden. Das Ausstellungs-Projekt „Anders Wohnen“ präsentiert von Mai an mehrere Schauen zu dem Thema in den Krefelder Villen.

Nach einer 1,2 Millionen Euro teuren Restaurierung ist die originale Ausstattung so weit wie möglich wiederhergestellt. Dazu gehören die komplett versenkbare Fensterfront zum Garten, das Nussbaum-Parkett im Quadratmuster oder Türklinken und Fensterhebel. „Ein technischer wie auch gestalterischer Detailreichtum unterstreicht die Modernität dieser beiden Gesamtkunstwerke“, betonen die Kunstmuseen. Seit 1984 stehen die Villen samt Gärten unter Denkmalschutz.

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