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Wolf Biermann: Populismus kotzt mich an

Wolf Biermann nmimt die Demokratie in Schutz. Foto: Michael Kappeler FOTO: Michael Kappeler

Berlin. Demokratie ist für den deutsch-deutschen Liedermacher Wolf Biermann auch 30 Jahre nach dem Mauerfall „eine anstrengende und zugleich wunderbare Lebensform der Gesellschaft“.

Deswegen sei sie seit der Antike immer wieder gefährdet, sagte Biermann der dpa in Berlin vor Veröffentlichung seines Novellenbandes „Barbara“. Populismus etwa von Pegida oder Linken kotze ihn an. „Sie schlagen Kapital daraus, dass viele Menschen enttäuscht sind in dem falschen Hoffen, die Demokratie sei eine Idylle.“

Der 1976 aus der DDR ausgebürgerte Biermann verwies auf seine deutsch-deutsche Geschichte. „Ich habe in beiden Systemen gelebt und bin nicht nur als Tourist mal vorbeigekommen, um ein bisschen am Sozialismus zu lecken oder am Kapitalismus.“

Die Unzufriedenheit in Teilen der ostdeutschen Bevölkerung kann Biermann verstehen. „Es wäre ein Wunder, wenn es nicht so wäre“, sagte der in Hamburg lebende 82-Jährige, „große gesellschaftliche Umbrüche gehen nicht so flott und nicht so flach.“ Doch: „Die allermeisten DDR-Menschen sind heilfroh, dass sie in der Freiheit endlich mal neue Probleme haben und nicht mehr die alten.“

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