„Kasimir und Karoline“

Zeitgeistiger Ringelpiez mit Anfassen

Die Meinung des Publikums war geteilt: Es gab Jubel, Pfiffe, aber auch Buhs. Foto: Barbara GindlFOTO: Barbara Gindl

Salzburg. Theaterreformer wollen seit jeher mehr „Relevanz“. Sie wollen ganz normale Leute auf die Bühne bringen, die Schranken zwischen Bühne und Publikum nieder- und dasselbe aus seiner vermeintlichen Lethargie herausreißen.

Das Programm des „post-dramatischen“, des „partizipativen“ Theaters hat seit einigen Jahren die Stadt- und Staatstheater der Republik überrollt und im Zuge der Flüchtlingskrise nochmals Fahrt aufgenommen.

Am Freitagabend war ein derartiges Experiment erstmals im Hauptprogramm der Salzburger Festspiele zu beobachten. Die Meinung des Publikums im Großen Studio der Universität Mozarteum dazu war geteilt: Jubel, Pfiffe, aber auch Buhs.

Auf dem Programm des partizipativen Abends stand Ödön von Horváths Stück „Kasimir und Karoline“. Es entstand im Jahre 1932 während der Weltwirtschaftskrise, die in Deutschland ein Jahr später die Nazis an die Macht bringen sollte. Horváths grotesk-melancholisches „Volksstück“ begleitet ein Liebespaar, Kasimir und Karoline, auf seiner privaten Odyssee über das Münchner Oktoberfest.

top