Mitbegründer der „Neuen Frankfurter Schule“

F.W. Bernstein ist tot

F.W. Bernstein auf der Frankfurter Buchmesse 2006 (Archivbild) FOTO: dpa / Jan Woitas

Mit seinen humorigen Reimen und Cartoons hat er dem muffigen Nachkriegsdeutschland den Garaus gemacht. Der Zeichner und Lyriker F.W. Bernstein gehörte zu den Begründern der „Neuen Frankfurter Schule“.

Die deutsche Sprache verdankt ihm wunderbare Verse und Cartoons: F.W. Bernstein gehörte als Zeichner und Lyriker zur seltenen Spezies der Universaltalente. Der Mitbegründer der „Frankfurter Neuen Schule“, der das Nachkriegsdeutschland ein ganz neues Verständnis von Humor und Ironie verdankt, ist am Donnerstag im Alter von 80 Jahren gestorben, wie das Frankfurter Caricatura Museum mitteilte.

Bernstein war der letzte Überlebende eines fulminanten Dreigestirns: Zusammen mit seinen Weggefährten Robert Gernhardt und F. K. Waechter hatte er in Frankfurt Mitte der 1960er Jahre eine legendäre Kolumne in der Satirezeitschrift „pardon“ – „Welt im Spiegel“ wurde zu einer Spielwiese für Witz, Nonsens und Ironie. Eine ganze Generation ist damit aufgewachsen.

Als einziger des Trios brachte es Bernstein zum Hochschullehrer. In Berlin bekleidete er von 1984 bis zu seinem Ruhestand eine Professur für komische Kunst an der Hochschule für Künste – die einzige derartige Einrichtung überhaupt in Deutschland. Er hat dort Karikatur und Bildergeschichte gelehrt.

(mlat/dpa)
top