Ausstellung an der Saar-Kunsthochschule

Vom Werbebanner zum Rollkoffer 

Liebe und Frieden im Chaos: Die Taube „Palomalheurs“ in der Saar-Kunsthochschule ist Teil einer Performance von jungen Kommunikationsdesignern unter der Überschrift „HardCore Advertising“. FOTO: Iris Maria Maurer

Saarbrücken/Völklingen. Bei der Jahresausstellung der Saar-Kunsthochschule zeigen junge Kreative bis Montag, was im vergangenen Jahr entstanden ist.

Jedes Jahr stellt sich die Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK) im Rahmen einer Jahresausstellung in allen ihren Ateliers und an ihren verschiedenen Standorten vor. Ein fester Termin ist also dieses Wochenende für alle Kunstinteressierten, die wissen wollen, was sich in der Künstlerschmiede tut. Und auch dieses Mal gibt es wieder viel zu sehen, zu erleben, zu diskutieren – und möglicherweise auch zu erwerben. Neben den Arbeiten der Ateliers zeigen 15 Absolventinnen und Absolventen der HBK ihre Abschluss-Arbeiten. Die drei besten Nachwuchskünstler der Kunsthochschule wurden am Freitag mit dem „Peter und Luise Hager-Preis“ geehrt – in der der HBK-Galerie, wo die Preisträger auch bis zum 1. März ausstellen (Bericht folgt).

Eröffnet wurde der diesjährige Rundgang am Freitagabend wie immer im Foyer der HBK in der Saarbrücker Keplerstraße (Ludwigsplatz). Dort haben in diesem Jahr die Produkt- und Kommunikationsdesigner ihren großen Auftritt. Zu sehen sind die Ergebnisse des Forschungsprojektes „Antimaterie“: Studierende beider Fächer haben dafür aussortiertes Werbe- und Arbeitsmaterial der Stadt Saarbrücken künstlerisch zu neuen Objekten oder Gebrauchsgütern umgearbeitet. Aus großen Plastik-Werbebannern, ausgedienten Plakaten oder abgenutzter Arbeitskleidung sind beispielsweise originelle Taschen und Koffer, aber auch Kunstobjekte entstanden. Die Studierenden haben dafür monatelang mit dem Material experimentiert, es wurde geschreddert, gewalzt, gepresst, verklebt. Originell und nachhaltig ist das.

Eine „Botschaft der Liebe“ gegen den allgegenwärtigen Hass möchten junge Kommunikationsdesigner in einem anderen Projekt vermitteln. In einem Nebenraum des Foyers wurde dafür ein mit Absperrbändern abgetrenntes, verwüstetes Klassenzimmer installiert. Es symbolisiere „den Zustand unseres Bildungssystems“, erläutert Student Paul R. (Künstlername). Dort laufen mehrere Filme rund um die Themen „Überwachung“ und „Freiheit“, und auch die Friedenstaube dreht ihre Runden – als junge Frau mit Tauben-Maske.

top