Er mischte Bach und Swing

Bach verswingt: Zum Tod des Jazzpianisten Jacques Loussier

Der Pianist Jacques LoussierFOTO: dpa / Echezarreta

Der französische Pianist Jacques Loussier ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Er galt als Wegbereiter des Crossover. Eine Würdigung.

Von Johann Sebastian Bach gibt es eine wundervolle Orgelfuge, sie steht in g-Moll und hat die Nummer BWV 542. Unter Organisten heißt sie liebevoll die „Kaffeewasser-Fuge“ – weil das Thema mit dem lustigen Text „Das Kaffeewasser kocht, das Kaffeewasser kocht“ gesungen werden könnte. Bach klingt ja in wirklich jeder Version, selbst wenn er auf vier Kämmen geblasen würde.

Und dann kam dieser Mann, nahm sich diesen Bach und diese Fuge vor und transferierte alles in eine neue Welt: in den Jazz. Er ließ die Musik swingen, sie bekam Drive, der Kontrabass erfand eine neue pulsierende Basslinie, und das Schlagzeug gab den Heizer.

Als Trio wurden Jacques Loussier am Piano, Pierre Michelot am Kontrabass und Christian Garros am Schlagzeug eine Sensation. Die drei Franzosen eroberten die Festivals, alle rissen sich um die drei Piraten, die Bach als Beute gemacht hatten, aber doch seine ehrfürchtigsten Diener blieben. Man könnte sagen: Sie zeigten Bach von einer anderen Seite, aber es blieb dabei eben doch Bach.

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