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Die karge Galerienlandschaft im Saarland

Dann bringt doch die Kunst zum Publikum!

Kein anderer Ort zieht mehr auswärtiges kunstaffines Publikum als das Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Könnte man auf dem riesigen Parkplatz vor der Hütte nicht einen Ausstellungsort für hiesige Künstler realisieren? FOTO: Iris Maria Maurer

Saarbrücken. Kaum Sammler und Galerien: Bildende Künstler haben es im Saarland nicht leicht – drei Vorschläge, wie sich daran etwas ändern ließe.

Ein erstes Problem: Es fallen einem im Saarland weit mehr Galerien ein, die es nicht mehr gibt als noch existierende. Vorbei ist es in Saarbrücken mit der Galerie St. Johann (2014), mit der k4-Galerie von Werner Deller (völlig absorbiert vom Umbau der St. Ingberter Baumwollspinnerei, lässt Deller seine Galerie seit einigen Jahren ruhen). Kapituliert haben auch die Galerie Hanstein gegenüber des Saarlandmuseums (zuletzt residierte sie im Hinterhaus Bismarckstraße), desgleichen die dort anschließend untergebrachte Galerie Besch (2012) – Ingeborg Besch führt ihre inzwischen in Illingen sporadisch weiter. Nimmt man noch Werner Redzimskis vor zehn Jahren aufgebene Galerie 48 in St. Arnual hinzu, kommt man auf fünf namhafte Saarbrücker Galerien, die binnen einer Dekade vom Markt verschwanden.

Und wie sieht’s auf der Habenseite in der Landeshauptstadt aus? Durchgehalten haben die Galeristen Gernot Elitzer (Galerie Elitzer), Benjamin Knur (Galerie Neuheisel) und Hans Karl Reuther mit seiner Galerie am Pavillon. Hinzugekommen sind seit 2008 nur die Galerie „Zimmerling & Jungfleisch“ und, dies vor allem, das Atelierhaus KuBa am Eurobahnhof, das allerdings keine Galerie ist, aber dafür Wechselausstellungen bietet.

Schaut man ins übrige Saarland, sieht die Galerienlage nicht besser aus, sondern schlicht erschreckend. Mit der Saarlouiser Galerie Walzinger schloss 2015 eine der wenigen renommierten Kunstgalerien. Ansonsten herrscht weitgehend gähnende Leere – sieht man von den Galerien Beck in Homburg-Schwarzenacker und Palz in Beckingen ab. Der Grund, warum die saarländische Galerienlandschaft derart versteppt ist, liegt auf der Hand: Ganz offensichtlich gibt es hier kein ausreichend großes Kunstpublikum, das Galeristen (und damit auch Künstlern) langfristig ein Auskommen böte. Die wenigen, die überlebt haben, besetzen entweder Nischen oder haben es irgendwie geschafft, sich ein Stück unabhängig zu machen von der saarländischen Klien­tel. Hinzu kommt, dass die wenigen größeren Kunstsammler, die es hierzulande gibt (etwa Dieter Scheyd in Überherrn, Martin Zimmer in Merzig oder Alois Omlor in Homburg), ihre Schwerpunkte nicht auf regionale Kunst setzen.

Während der regionale Kunstmarkt chronisch darbt, sieht es hinsichtlich der Ausstellungsmöglichkeiten für hiesige Künstler besser aus: Mit dem Museum St. Wendel, der Städtischen Galerie Neunkirchen, Schloss Dagstuhl, dem Merziger Fellenbergmuseum, dem Saarlouiser Institut für aktuelle Kunst und in Saarbrücken dem Saarländischen Künstlerhaus und dem KuBa hält man eine ganz passable Palette an Kunstschaufenstern vor. Regionale Künstler, die dort ausstellen, können damit ihren Marktwert steigern – was nicht heißt, dass sie anschließend unbedingt mehr verkaufen würden. Geschweige denn diese Ausstellungsorte überregionales Publikum zögen. All das ist oft genug beschrieben und beklagt worden. Mit welchen Künstlern man die Lage auch debattiert: Unterm Strich wirken sie meist ratlos, wie sich ihre schwierigen Rahmenbedingungen nachhaltig verbessern ließen. Unterm Strich teilten sich heute nur mehr Künstler einen kaum größer gewordenen Kuchen, heißt es.

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