Konzert

Die Gefahr, die von Nick Cave ausgeht – in der Rockhal

Luxemburg. Von Oliver Sandmeyer

Unheilschwangeres Dröhnen, dazu ertönt ein Gedicht vom Band. Die Bühne liegt in schummrigem aber stimmungsvollem, lilafarbenem Licht: Der Grandseigneur des Alternative-Rock, Nick Cave, gastierte am Dienstagabend mit seinen Bad Seeds in der Luxemburger Rockhal.

Das Publikum ist auffallend heterogen: Eine mehr als 30-jährige Karriere mit vielen Stilwechseln macht es möglich, dass hier der Rastas-tragende Alt-Punk neben dem barttragenden Hippster steht. Die Bad Seeds eröffnen den Abend mit jazzigen Rhythmen, offenen Klavierakkorden und schwebenden Synthesizerklängen – „Anthrocene“ ist einer der vielen Songs des aktuellen Albums „Skeleton Tree“, die auf dem Programm stehen werden.

Zwischen die vielen neuen Lieder streuen die sieben Musiker Klassiker aus ihren 16 Alben über Religion, Liebe und immer wieder den Tod. Ruhigen Klavierballaden wie „Into my Arms“ werden wuchtig und laut vorgetragenen älteren Songs, wie „The Mercy Seat“ oder „From Here to Eternity“ zur Seite gestellt. Vor allem zu letzterem verausgabt sich der hagere Cave stimmlich wie körperlich — und macht damit vergessen, dass er mit seinen 60 Lenzen eigentlich kurz vor dem Rentenalter steht.

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