Pingussonbau-Sanierung

Pingussonbau: Wie lange geht Prüfen noch über Sanieren?

Saarbrücken. Die Opposition will von der Landesregierung wissen, ob und wann der Pingussonbau saniert wird. Klar ist nur: Das Bildungsministerium bleibt bis 2024 in der Alten Post – mindestens.

Frühestens 2024 wird das Bildungsministerium in den denkmalgeschützten Pingussonbau zurückziehen – ausgemacht ist dies ebensowenig wie die Zukunft des 1954 fertiggestellten Bauwerks von Georges-Henri Pingusson. Eine Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage des Linken-Abgeordneten Jochen Flackus von Anfang Dezember, in der dieser Auskunft über den Zeitplan der Sanierungspläne ersuchte, steht noch aus. Auf SZ-Anfrage hieß es aus dem zuständigen Bauministerium lediglich, dass vor zwei Monaten der Mietvertrag des Bildungsministeriums in dessen im April 2014 bezogenem Ausweichquartier in der Alten Post bis 2024 verlängert worden sei.

In seiner Anfrage erinnert Flackus daran, dass seit Sommer 2014 eine Studie zur Betonfassadensanierung vorliege. Nach SZ-Recherchen ist auch vier Jahre danach (!) ungeklärt, ob und wie die ehemalige Französische Botschaft saniert wird. In einem Ministerratsbeschluss von 2011 hat sich die Koalition zwar für einen Rückumzug des Ministeriums ausgesprochen – jedoch stand dieser unter einem Kostenvorbehalt. Flackus hatte von der CDU/SPD-Regierung bereits vor Jahresfrist wissen wollen, wie es um die Sanierungspläne stehe. Seinerzeit hieß es, man favorisiere, auch aus denkmalpflegerischen Erwägungen, eine „Sanierung der Bausubstanz ohne energetische Verkleidungen“. Zugleich hatte die Regierung auf ausstehende „Sachverhaltsermittlungen“ verwiesen – weshalb Flackus ein Jahr später nun nachhakte: Ob diese denn nun abgeschlossen seien und wie der Zeitplan für eine wie auch immer geartete Sanierung aussehe?

Der Pingussonbau, in den vor einigen Monaten Teile der ministeriellen Kulturabteilung zurückgezogen sind und der momentan anlässlich der noch bis Ende des Jahres laufenden „Resonanzen“-Ausstellung Besuchern offen steht und seine phantastischen Qualitäten offenbart, bietet hingegen rein äußerlich einen erbarmungswürdigen Anblick: Weil sich baulich nichts tut, nagt der Zahn der Zeit nach Belieben an der bröckelnden Fassade. Das wiederum nährt den Verdacht, dass das Land weiter auf Zeit spielen will. Solange, bis 2020 wieder mehr Luft für Investitionen ist? Die Sanierung des „Schmalen Handtuchs“ war vor Jahren auf gut 30 Millionen Euro taxiert worden. Im Falle einer energetischen Fassadenertüchtigung käme sie noch teurer. Ohne selbige aber dürfte es am Ende kaum gehen: Hatten Ministeriumsbedienstete nicht immer über im Winter schwer heizbare und im Sommer saunagleiche Büros geklagt?

(cis)
top