Filmfestival Max Ophüls Preis

Es brodelt unter der Oberfläche

Max Hubacher im Schweizer Wettbewerbsfilm „Der Läufer“ von Hannes Baumgartner. FOTO: Contrast Film

Saarbrücken. Am Samstag beginnt mit der „Blauen Stunde“ der Kartenvorverkauf für das 40. Filmfestival Max Ophüls Preis. Wir haben einige Wettbewerbsfilme vorab gesehen,  geben erste Empfehlungen und schauen aufs Rahmenprogramm.

Zombies auf Hetzjagd im Osten Deutschlands. Intrigen beim Bundesnachrichtendienst. Eine Serie der Gewalt in Bern – thematisch ist einiges los beim kommenden 40. Filmfestival Max Ophüls Preis, das vom 14. bis zum 20. Januar läuft. Am Samstag beginnt mit der „Blauen Stunde“ der Verkauf der Karten und des Katalogs (siehe Infokasten), auch die Festschrift zur 40-jährigen Festival-Historie ist zu haben.

„Das Ende der Wahrheit“ Wir haben einige Filme des Wettbewerbs vorab gesehen (ausführliche Kritiken gibt es während des Festivals) und den Eröffnungsfilm „Das Ende der Wahrheit“: Regisseur/Autor Philipp Leinemann, der in seinem viel beachteten Debüt „Wir waren Könige“ (2014) von Männerbünden, Ritualen und Gewalt im Polizei-Apparat erzählte, beschäftigt sich hier mit dem Bundesnachrichtendienst und der Rolle privater Firmen im Umfeld von Krieg und Terror. Ein BND-Agent (Ronald Zehrfeld) gerät in eine Intrige, in der es um die Ware Information geht, um Waffenlieferungen und politische Allianzen, die so brüchig sind wie moralisch zweifelhaft. Leinemann erzählt das als spannenden Polit-Thriller mit Schattierungen bei den Charakteren, Action, Kinobildern und guten Darstellern: Zehrfeld als impulsiver Bauchmensch und Alexander Fehling als kühler Technokrat bilden ein kontrastreiches, widerwilliges Duo. Wer für die Eröffnung keine Karte mehr bekommen sollte: Der Film kommt im Frühjahr ins Kino.

„Cronofobia“ Was bietet der Wettbewerb? Der Kartenkauf lohnt sich unbedingt bei zwei Schweizer Filmen: Da ist „Cronofobia“, das Debüt von Francesco Rizzi. Ein stiller, zurückhaltender Film, in dem es unter der Oberfläche aber simmert und köchelt. Ein Mann beobachtet aus seinem Lieferwagen heraus eine Frau, die nachts joggt und, wenn ein Zug an der Bahnstrecke entlangrattert, ihre Verzweiflung herausschreit. Was diese beiden Menschen schicksalhaft verbindet, das schält sich erst langsam heraus in diesem gefühlvollen, unsentimentalen Film über Distanz und Alleinsein. Davon erzählt er mit knappen, aber vielsagenden Dialogen und mit klaren, oft kühlen Bildern; hier kommt es auf jede Geste und jeden Blick an.

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