Ein Jazz-Album von Jeff Goldblum

„Tilll Brannaaa, oh my God!“

Jeff Goldblum: Schauspieler am Tag, Jazzpianist am Abend. FOTO: Pari Dukovich / Decca / Pari Dukovich

Saarbrücken. Jeff Goldblum, Schauspieler und ambitionierter Nebenbei-Jazzer, legt sein erstes Album vor – einen Livemitschnitt mit Gästen wie Sarah Silverman und Till Brönner.

Filmgurken wie die späte Fortsetzung von „Independence Day“ oder Auftritte im „Jurassic Park“, in dem die Dinosaurier ungleich wichtiger sind als die Kunst der Darsteller, haben für Schauspieler Jeff Goldblum etwas Gutes: Er muss sich vor der Kamera nicht überanstrengen, ein bisschen ironisch amüsiert bis ungläubig schauen reicht schon – und die guten Gagen finanzieren die Zeit fürs Hobby: den Jazz. Seit den 90ern tritt Goldblum als Pianist mit Band auf, meist in New York und vor allem in Los Angeles – dort regelmäßig in einem Club namens „Rockwell Table & Stage“, mit seinem „The Mildred Snitzer Orchestra“ und einem Programm, bei dem Goldblum, der bewährte Schelm, auch immer ein bisschen mehr oder weniger improvisierte Komik unterbringt.

Da ist es fast verwunderlich, dass erst jetzt das Debütalbum von Goldblum, auch schon 66, erscheint. „The Capitol Studios Sessions“ heißt es, benannt nach seinem Aufnahmeort. Diese Studios wurden für den Mitschnitt vor Publikum in eine Jazzclub-Kulisse umgestaltet, der förderlichen Atmosphäre wegen. Das Programm des Konzertabends basiert auf gut abgehangenen Klassikern im weiten Feld zwischen Jazz und Blues, da wirkt der Auftakt mit Herbie Hancocks „Cantaloupe Island“ schon programmatisch. Grundsolide eingespielt, mit einiger Spannung, schönen Gitarrenexkursionen (John Storie) – und insgesamt einem herrlich transparenten Klang. Der Gang ins High-Tech-Studio statt einer Aufnahme in einem Club hat sich gelohnt.

Das Album-Cover. FOTO: Decca
top