Neues von Al Di Meola - demnächst in Saarlouis

Neues vom Saitenzauberer

Saarlouis. Al Di Meola kommt mit seinem neuen Album „Opus“ Ende Mai nach Saarlouis.

Geschwindigkeit ist ja nicht alles. Mit der leicht absurden Bezeichnung „schnellster Gitarrist der Welt“ wurde er schon betitelt, doch sein neues Album beginnt Al Di Meola erst einmal betont langsam und lyrisch, nicht mit einer Leistungsschau in Sachen Finger­flinkheit. Die demonstriert im Auftakt „Milonga Noctiva“ zuerst Pianist Kemuel Roig, bis sich Di Meola anstecken und es melodisch perlen lässt.

„Opus“ heißt das Album, aus dem der 63-Jährige aus New Jersey manches bei seinem Konzert in Saarlouis Ende Mai spielen wird – möglicherweise  auch etwas aus dem Album, das seinen Ruhm Anfang der 1980er Jahre begründete: den Konzertmitschnitt „Friday Night in San Francisco“ mit den Kollegen Paco De Lucia und John McLaughlin. „Opus“ ist ein sonniges, wonniges Album, das laut Di Meola von seinem aktuellen Familienglück inspiriert ist. „Avas Dream Sequence Lullaby“ etwa ist ein Schlaflied für die Tochter, wenn auch keine übliche Eindös-Assistenz, sondern ein rythmisch vielschichtiger, vertrackter Zehnminüter.

Nicht immer greift Di Meola zur akustischen Gitarre, manchmal auch zur E-Gitarre, die dann ein wenig nach Rock-Klischee klingen kann (im Stück „Broken Heart“). Aber rein akustische Feinarbeit zieht sich durch zarte Stücke wie das wohl ironische benannte, unpompöse „Pomp“ und das sehr melodische und melancholische „Left unsaid“ – eine zarte Schönheit. Etwas ruppiger ist „Notorious“, bei dessen Komposition der Musiker, so schreibt er im Booklet, an „Led Zeppelin trifft Al Di Meola“ dachte. Das mag nicht jeder nachvollziehen; eine flotte Nummer mit fließenden Gitarrenläufen und Funk-Aroma ist es in jedem Fall.

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