Streit um Welfenschatz

Niederlage für Stiftung im Streit um den Welfenschatz

Ein Kuppelreliquiar, zu sehen im Bode-Museum in Berlin. FOTO: dpa / Stephanie Pilick

Berlin . Muss der millionenschwere Welfenschatz nach Amerika? Ein US-Berufungsgericht lässt eine in den USA eingereichte Klage auf Herausgabe zu.

Im Rechtsstreit um den millionenschweren „Welfenschatz“ muss die Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine Niederlage einstecken: Ein US-Berufungsgericht hat entschieden, eine in den USA eingereichte Klage auf Herausgabe des Schatzes zuzulassen. Im Februar 2015 hatten die Nachfahren zweier deutsch-jüdischer Kunsthändler in den USA eine Klage gegen die Stiftung sowie gegen die Bundesrepublik Deutschland auf Herausgabe des ursprünglich aus Braunschweig kommenden Welfenschatzes eingereicht. Im März 2017 ließ ein Gericht in Washington D.C. die Klage in erster Instanz zu. Gegen dieses Urteil legte die Stiftung Berufung ein. Das Berufungsgericht entschied nun, die Klage gegen die Bundesrepublik abzuweisen, die Klage gegen die Stiftung hingegen zuzulassen.


Die Stiftung sei weiterhin der Auffassung, dass dieser Fall nicht vor ein US-Gericht gehöre, sagte Stiftungspräsident Hermann Parzinger. „Und wir sind wie bisher überzeugt, dass die Klage auch in der Sache unbegründet ist, da der Verkauf des Welfenschatzes vor über 80 Jahren kein NS-verfolgungsbedingter Zwangsverkauf war.“ Die Frage, ob der Welfenschatz NS-Raubgut ist, sei bereits vor der deutschen „Beratenden Kommission“ verhandelt worden. Diese sei 2014 zu dem Schluss gekommen, dass sie eine Rückgabe nicht empfehlen könne.

Die Stiftung würde sich die Entscheidung des Berufungsgerichts „genau ansehen und die weiteren Möglichkeiten prüfen“, kündigte Parzinger an. Er betonte, dass sich die Stiftung nachdrücklich für faire und gerechte Lösungen bei der Rückgabe von NS-Raubgut einsetze. Seit 1999 habe sie mehr als 350 Kunstwerke und über 1000 Bücher an die Berechtigten zurückgegeben.

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