Lyrik oder Sexismus?

Nora Gomringer verteidigt Gedicht ihres Vaters

Die Lyrikern Nora Gomringer, die 2011 den Jakob-Grimm-Preis erhielt. FOTO: dpa / David Ebener

Berlin. Im Streit um den Umgang mit dem als sexistisch kritisierten Gedicht von Eugen Gomringer (wir haben berichtet) hat die Tochter des Schriftstellers das Werk verteidigt. „Ich habe ‚avenidas‘ immer theologisch gelesen – als einen Dank an Gott“, sagte die Autorin und Germanistin Nora Gomringer der „Berliner Zeitung“. Zugleich übte die 1980 in Neunkirchen geborene Autorin Kritik an der geplanten Übermalung des Gedichtes ihres Vaters.

Im Streit um den Umgang mit dem als sexistisch kritisierten Gedicht von Eugen Gomringer (wir haben berichtet) hat die Tochter des Schriftstellers das Werk verteidigt. „Ich habe ‚avenidas‘ immer theologisch gelesen – als einen Dank an Gott“, sagte die Autorin und Germanistin Nora Gomringer der „Berliner Zeitung“. Zugleich übte die 1980 in Neunkirchen geborene Autorin Kritik an der geplanten Übermalung des Gedichtes ihres Vaters.

Der Bezug zur Religion sei den Gedicht-Kritikerinnen aber wahrscheinlich „auch wieder lästig“, sagte Gomringer: „Ich glaube, der ganze Streit um das Gedicht ist letztlich eine gewalttätige Absage an die Religion, an die Existenz Gottes in der irdischen Wirklichkeit.“ Vordergründig werde mit dem Streit um das Gedicht ein Geschlechterkampf ausgetragen.

Das Gedicht „avenidas“ ziert seit 2011 die Alice Salomon Hochschule in Berlin. Es lautet übersetzt: „Alleen / Alleen und Blumen / Blumen / Blumen und Frauen / Alleen / Alleen und Frauen / Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer“.

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