Premiere am Saarländischen Staatstheater

Shakespeare im Komödienstadl

Die Balkonszene zu viert: Verena Bukal (Amme) und Raimund Widra (Marlowe, beide unten). Oben: Anne Rieckhof als Viola de Lesseps und Philipp Weigand als Will Shakespeare.FOTO: Martin Kaufhold /SST / martinkaufhold.de ;Martin Kaufhold

Saarbrücken. „Shakespeare in Love“ kennt man als Film. Jetzt kann man die Bühnenversion im Saarländischen Staatstheater sehen. Die Premiere kam blendend an.

 Es ist ein Mysterium! Das ist der Routine-Ausruf von  Henslowe (Thorsten Köhler), wenn in seinem Rose Theatre alles anders kommt als geprobt und dann doch noch gut geht. Der Satz lag auch am Sonntagabend nach der Premiere im Saarbrücker Staatstheater in der Luft, als sich das Publikum in weiten Teilen zu Standing Ovations erhob. Kaum zu glauben nach diesem Abend, der nahezu über drei Stunden dicht am Abgrund krachenden Missratens balancierte und sich dann plötzlich zu ungeahnten Humorhöhen empor katapultierte.

Man hatte sich vor Vergnügen auf die Schenkel geklopft – stellenweise. Es gab gefühlsintensive Momente – zu wenige. Und man beobachtete das Ensemble dabei, wie es sich sichtlich mühte, den Klamauk-Affen zu reiten, dem die Regisseurin Bettina Bruinier Zucker geben wollte. Aber alles in allem? Dürfte dieser „Shakespeare in Love“-Abend selbst die überzeugte Gutelaune-Fraktion frustriert haben, weil sie sich unter Niveau amüsiert hat.

Shakespeare (Philipp Weigand) kämpft mit einer Schreib-Blockade. FOTO: Martin Kaufhold / SST / martinkaufhold.de ;Martin Kaufhold
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