Kunst gegen Radikalismus

„Chemnitz ist keine Stadt von Neonazis“

Chemnitz. Mit zehn Riesen-Wölfen aus Bronze hat der Brandenburger Künstler Rainer Opolka (63) gestern in Chemnitz ein Zeichen gegen zunehmenden Radikalismus gesetzt.

„Es ist an der Zeit, dass Demokraten Flagge zeigen und sagen: So nicht mehr!“, sagte Opolka. Die Weimarer Republik sei an einem Mangel an Demokraten untergegangen. Bewusst habe er für seine eintägige Installation den Platz vor dem Karl-Marx-Monument gewählt. An diesem symbolischen Ort, an dem vor wenigen Tagen der Hitlergruß gezeigt wurde, halte er an diesem Tag Mahnwache. Dabei wolle er mit den Menschen ins Gespräch kommen. Chemnitz sei keine Stadt von Neonazis, betonte der Künstler.


Fünf der Wölfe zeigen den Hitlergruß. Andere sehen sich offenbar Angriffen ausgesetzt oder tragen Augenbinden. Umrahmt werden die Wölfe von Schildern, auf denen unter anderem steht: „Wo gehetzt wird, wird später auch getreten!“ oder „AfD, Pegida und Nazis instrumentalisieren unsere Angst und hetzen!“ Eine Wanderausstellung des Künstlers mit dem Titel „Die Wölfe sind zurück“ war seit 2016 unter anderen in Berlin, Dresden und Potsdam unterwegs. Das Rudel der bis zu zwei Meter hohen Wölfe aus Metall haben dort rund 250 000 Menschen gesehen.

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