Konzertkritik

Soirée der DRP: Wohlklang durch alle Register

Saarbrücken.  Zum Ende der Konzertsaison, der 4. Soirée am Freitag, war bei der Deutschen Radio Philharmonie in der Congresshalle keinerlei Müdigkeit zu verspüren. Zu Ehren des im Frühjahr verstorbenen Ehrendirigenten Stanislaw Skrowaczewski eröffnete das von ihm für Streichorchester arrangierte „Adagio“ aus Anton Bruckners Streichquintett den Abend. Vom feinsten Hauch bis zu den großen Steigerungen herrschte Wohlklang durch alle Register. Mit hochexpressiver Wärme führte der Venezolaner Giancarlo Guerrero, einst Assistent Skrowaczewskis, durch die lyrisch reiche Partitur.

 Zum Ende der Konzertsaison, der 4. Soirée am Freitag, war bei der Deutschen Radio Philharmonie in der Congresshalle keinerlei Müdigkeit zu verspüren. Zu Ehren des im Frühjahr verstorbenen Ehrendirigenten Stanislaw Skrowaczewski eröffnete das von ihm für Streichorchester arrangierte „Adagio“ aus Anton Bruckners Streichquintett den Abend. Vom feinsten Hauch bis zu den großen Steigerungen herrschte Wohlklang durch alle Register. Mit hochexpressiver  Wärme führte der Venezolaner Giancarlo Guerrero, einst Assistent Skrowaczewskis, durch die lyrisch reiche Partitur.

Zu Ludwig van Beethovens erster Sinfonie traten die Bläser hinzu und beim ersten, perfekt koordinierten Akkord wusste man: Jetzt kann ein Wunder entstehen. Eine wahre Freude wurde das ziselierte Zusammenspiel der Violinen wie aus einem Guss, die Präzision von Bläser und Pauken, das Temperament und die Leidenschaftlichkeit, mit der Guerrero das Orchester zu „Brio“ und „Vivace“ anfeuerte. So inspiriert, so originell, so energisch und frisch war Beethovens sinfonischer Erstling hier schon lange nicht mehr zu hören.

Noch einmal aufgestockt wurde das Orchester für Dimitrij Schos­takowitschs sinfonischen Erstling, im Alter von 17 Jahren als Diplomarbeit geschrieben. In ihr wetteifern kontrastierende, originelle Motive und  markante Themen miteinander. Ein farbiger Ideen-Kosmos, der mit grimmigem Humor, „falschem“ Pathos und abrupten Stimmungswechseln eine neue Welt der Sinfonik eröffnet. Guerrero inszenierte diese musikalischen Überraschungen mit ironischer Distanz, inspirierender Gestik und raffiniertem Kalkül. Und das Orchester folgte ihm mit fein differenzierten, aber auch kraftvollen Tutti, virtuosen Soli und weit gefächerter Dynamik. Eine Vitalität, die schier atemlos machte und Begeisterung beim Publikum für eine großartige Orchesterleistung entfachte.


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