Saarbrücker Kinder- und Jugendbuchmesse

Was der „Kleine Prinz“ von Chemnitz hält

Illustration von Anna Forlati aus „Der kleine Fuchs und der Pilot“, einer Saint-Exupéry-Adaption. FOTO: Anna Forlati

Saarbrücken. Die Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse (29. und 30. September) läuft diesmal in abgespeckter Version. Umso erstaunlicher, was die Messe dennoch bieten wird.

Auf dem hinreißenden Messeplakat herzen sich ein Panthermädchen und ein Leopardenjunge, die  nicht bloß äußerlich, sondern auch ihrem Wesen nach unterschiedlicher nicht sein könnten – wie man erfährt, wenn man Pitór und Józef Wilkóns Buch „Leopanther“ zur Hand nimmt, aus dem die Illustration stammt. So wenig sie erst mal gemeinsam haben: Am Ende lieben Lisa und Bruno sich. Dass nun auf dem Plakat das Messe-(Dauer-)Motto „Bücher bauen Brücken“  ihre Köpfe streift, ist mehr als nur ein schönes Detail. Es ist auch ein vielsagendes: Steht die 18. Ausgabe der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse doch ganz im Zeichen von „Freundschaften“ – und die können, wie die Vater-Sohn-Geschichte der Wilkóns zeigt, eben auch kompliziert losgehen, um umso aufrichtiger und inniger zu enden.


„Alle reden von Wut und Hass, wir reden von Freundschaft“, lautet denn auch das inoffizielle Motto der Messe. Dass es in dem zauberhaft gestalteten Programmheft (Layout: Margot Behr) noch fehlt, ist abstoßender Tagesaktualität geschuldet: Es war schon in Druck, als in Chemnitz und Köthen ein Mob durch die Straßen zog. Dennoch wollte man – wie Doris Pack, Vorsitzende der Messe GmbH, gestern bei der Programmvorstellung im evangelischen Gemeindezentrum am Cora-Eppstein-Platz meinte – klarmachen, „dass man mit Lügen und Populismus keine Freunde gewinnt“.

Dass die am letzten Septemberwochenende (29. und 30.9.) angesetzte 18. Messeausgabe in diesem Jahr in abgespeckter Version (zwei statt vier Messetage, dito weniger Lesungen und Programm) über die Bühne gehen muss, hat einen traurigen Grund: Leiterin Astrid Rech ist schwer erkrankt. Um die 2018er-Ausgabe nicht komplett ausfallen zu lassen – „wenn wir das gemacht hätten, hätte das einen Bruch bedeutet, sodass es vielleicht nicht mehr weitergegangen wäre“, so Doris Pack – sprang kurzerhand nochmal ihre Mutter Yvonne Rech ein. Sie hatte Saarbrückens Kinder- und Jugendbuchmesse nach der Jahrtausendwende ins Leben gerufen und sie sieben Jahre auf unermüdliche und originelle Weise gehegt und etabliert, ehe dann ihre Tochter nahtlos übernahm. Viele standen Yvonne Rech in den vergangenen Monaten zur Seite, um trotz zeitlicher Halbierung ein vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen. Pack sprach gestern von einem „großen Gemeinschaftswerk“. Weil die Messe notgedrungen nur am Wochenende läuft und mithin wie gewohnt all die Schulklassen fehlen, dürfte sie diesmal intimer ausfallen, aber womöglich umso mehr buchaffine Familien ansprechen.

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