Kunst als Geschenk an die Heimatstadt

Figurenstudie von Alfred Hrdlicka aus dem Jahr 1975. Foto: GalerieFOTO:

Neunkirchen. Die Städtische Galerie Neunkirchen freut sich über weitere 150 Arbeiten aus der Grafischen Sammlung von Wolfgang Kermer, die er in seiner Zeit als Professor für Kunstgeschichte und langjähriger Rektor der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart zusammengetragen hatte

Neunkirchen. Die Städtische Galerie Neunkirchen freut sich über weitere 150 Arbeiten aus der Grafischen Sammlung von Wolfgang Kermer, die er in seiner Zeit als Professor für Kunstgeschichte und langjähriger Rektor der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart zusammengetragen hatte. Zweimal wurde bislang das Konvolut der Arbeiten unter dem beziehungsreichen Titel "Stuttgarter Begegnungen" gezeigt. Kermer verstand seine Schenkung als Impuls zum Aufbau einer städtischen Kunstsammlung. Notwendige Voraussetzung für ihn war eine Dauerpräsentation, doch fehlte bislang der Raum.Auf das von ihm aufgearbeitete ganz im Zeichen des Expressionismus stehende grafische Werk des Neunkircher Arbeiters Fritz Arnold im Jahr 2010 folgten nun weitere 150 Arbeiten erlesener Originalgrafiken, darunter Blätter von Arnulf Rainer, Wilhelm Loth, Jürgen Brodwolf und Alfred Hrdlicka. Sie gehören zur aktuellen Ausstellung wie auch Kermers eigene Arbeiten aus den Studienjahren an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken, bevor er nach Stuttgart wechselte. Die Schenkung ist daher auch Zeitdokument. Vor allem, wenn Kermers Blätter aus den Jahren 1959/60 ein Schlaglicht auf eine wichtige Epoche der saarländischen Kunstgeschichte setzen und an die von Boris Kleint und Oskar Holweck gegründete "neue gruppe saar" erinnern. Darüber hinaus bieten die meisterlich ausgeführten grafischen Techniken vom Linolschnitt bis zur Radierung Anregungen für den künftigen Umgang mit dem Bestand.

Er sei zuversichtlich, was die Dauerpräsentation seiner Schenkung betrifft, so Wolfgang Kermer im Gespräch. Geplant ist, die angrenzenden, bislang von der Arbeiterwohlfahrt genutzten Räume der Städtischen Galerie anzugliedern. Aber Ausstellen ist wiederum nur das Eine. Weitaus wichtiger ist es, das Erbe zu mehren, indem man die darin liegenden Chancen erkennt und damit kuratorisch arbeitet. sg


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