Katalonien

Unabhängigkeits-Traum endet vor Gericht

Madrid. Zwölf Katalanen, die sich für die Abspaltung ihrer Region von Spanien einsetzen, wird heute in Madrid der Prozess gemacht. Der Vorwurf: Rebellion.

In Spanien ist es der Prozess des Jahres: Vor dem Obersten Gerichtshof in Madrid beginnt heute das Mammutverfahren gegen führende Politiker der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Zwölf Katalanen müssen sich verantworten, neun von ihnen sind der „Rebellion“ angeklagt. Ihnen drohen harte Haftstrafen. Der Prozess spaltet das Land: Die Kläger in Madrid berufen sich auf den Schutz der Verfassung. Katalanische Nationalisten sehen das Verfahren hingegen als Farce und als Verstoß gegen ihr Selbstbestimmungsrecht.

Der Prozess dient der juristischen Aufarbeitung eines politischen Dramas, das Spanien vor rund anderthalb Jahren in eine veritable Staatskrise geführt hatte. Nach einem umstrittenen Referendum hatte die damalige Regionalregierung am 27. Oktober 2017 einseitig Kataloniens Unabhängigkeit ausgerufen. Spaniens Zentralregierung reagierte mit aller Härte. Die Unabhängigkeitsführer von damals sind im Gefängnis oder im Exil.

„Hier sitzen nicht die Unabhängigkeitsführer auf der Anklagebank, sondern die Demokratie“, sagt der katalanische Anwalt Alex Sola, der den Angeklagten Jordi Cuixart vertritt. Sola hofft auf einen internationalen Solidarisierungseffekt für das Anliegen der Katalanen: „Die ganze Welt wird unsere Geschworenen-Jury sein, wir müssen sie überzeugen.“

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