Kolumne: „Gott und die Welt“

Und wieder rüstet die Welt auf

Jede Gewalteskalation enttarnt die Mächtigen als machtlos.

Es kann nicht sein!

Es kann nicht sein, dass die Mächtigen der Welt wieder das Wettrüsten beginnen. Es kann einfach nicht sein, dass mühsam und bilateral ausgehandelte Abrüstungsverträge plötzlich zum Spielball des politischen Geschäfts werden. Wobei der „Spielball“ ein viel zu niedlicher Begriff ist für das Vernichtungspotenzial der Waffen, mit denen Länder und Kontinente, vielleicht gar die Schöpfung ausgelöscht werden kann. Jede Gewalteskalation, im Großen wie im Kleinen, entlarvt die vormals Mächtigen als die Machtlosen, die Tonangeber als die Ratlosen. Aber ist das alles nicht doch zu naiv gedacht?

So naiv wie seinerzeit die vielen Tausenden von Demonstranten im Bonner Hofgarten Anfang der 1980er Jahre? Natürlich ahnten die meisten damals, dass ihre Lieder die Stationierung von Mittelstreckenraketen nicht verhindern würden. Manchmal dient der Protest eben nur der Selbstvergewisserung. Und auch das ist nicht wenig.


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