Bedenken vom Kartellamt

Grüner Punkt: Umstrittene Übernahme wohl vom Tisch

Obwohl DSD mit dem Grünen Punkt in den vergangenen Jahren Markteinteile eingebüßt hat, hat die Firma weiterhin eine starke Stellung im Wettbewerb. Foto: Marcus Brandt FOTO: Marcus Brandt

Bonn. Das Bundeskartellamt schiebt der umstrittenen Übernahme des Grünen Punktes durch den Abfallriesen Remondis sehr wahrscheinlich einen Riegel vor. Die Behörde teilte mit, dass sie den Kauf der Firma DSD - dem Rechteinhaber am Recyclingzeichen Grüner Punkt - untersagen wolle.

„Nach vorläufiger Bewertung würde die Übernahme von DSD durch Remondis zu einer Behinderung des Wettbewerbs bei den dualen Systemen in Deutschland führen“, erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt. „Zu befürchten wären höhere Kosten für DSD-Wettbewerber, erhebliche Marktanteilsgewinne von DSD und letztlich höhere Preise auf dem Markt für duale Systeme.“

Remondis aus Lünen bei Dortmund und die Kölner Firma DSD haben nun zwei Wochen Zeit zu Stellungnahmen. Ganz vom Tisch ist das Thema also noch nicht - die Beteiligten könnten die Wettbewerbshüter mit guten Argumenten doch noch überzeugen. Mitte Mai dürfte das Kartellamt seine finale Entscheidung bekanntgeben.

DSD steht für Duales System Deutschland. Bisher ist eine britische Investorengruppe Eigentümer. Die Firma organisiert die Abholung, Sortierung und Verwertung von Abfall in Deutschland. Das Geld dafür bekommt sie von „Inverkehrbringern“ von Verpackungen, also von Herstellern, Händlern und Importeuren von Waren. Die Aufträge wiederum vergibt DSD an Müllabfuhren und andere Abfallfirmen, unter anderem an Remondis. Nach der Übernahme müsste DSD Abholaufträge zwar weiter ausschreiben, Aufträge zur Sortierung und Verwertung könnten aber direkt an die Konzernmutter vergeben werden.

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