Zugriff in Sizilien

Polizei zerschlägt Führungskreis der Mafia

Settimo Mineo bei seiner Festnahme. Er soll die Cosa Nostra auf Sizilien anführen.FOTO: dpa / Igor Petyx

Die sizilianische Cosa Nostra versucht offenbar, zu alter Stärke zurückzufinden. Dabei hat die Mafia-Organisation jetzt einen schweren Rückschlag kassiert. Es gab 46 Festnahmen.

Italienischen Mafia-Jägern ist ein wichtiger Schlag gegen die sizilianische Cosa Nostra gelungen. Am Dienstag wurden 46 Mafiosi festgenommen, darunter auch ein führender Kopf der Cosa Nostra, wie die italienische Polizei mitteilte. Auch ein Führungskreis der Verbrecherorganisation wurde demnach zerschlagen. Den insgesamt 46 Festgenommenen werden unter anderem illegaler Waffenbesitz, Erpressungen, Brandstiftungen und gewaltsame Übergriffe vorgeworfen.

Unter dem Vorsitz von Settimo Mineo, 80 Jahre alt, Juwelier mit einem langen Vorstrafenregister, soll es der Cosa Nostra zudem erstmals seit mehr als 25 Jahren gelungen sein, eine Versammlung der sogenannten Mafia-Kommission abzuhalten. Die Ermittler sehen darin einen Versuch der Mafia-Organisation, zu alter Stärke zurückzufinden.

In der auch als „Kuppel“ bezeichneten Kommission versammeln sich die wichtigsten Köpfe der Cosa Nostra, um strategische Entscheidungen zu treffen. Seit 1993, dem Jahr der Festnahme des mächtigen und im vergangenen Jahr gestorbenen Mafia-Bosses Salvatore „Toto“ Riina, hatte die „Kuppel“ nach Erkenntnissen der Ermittler allerdings nicht mehr funktioniert - bis zum Treffen Ende Mai, das von Mineo an einem geheimen Ort geleitet wurde.

(csi/dpa)
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