Tag der offenen Tür

Der „Stern“ zeigt falsche Hitler-Tagebücher

«Stern»-Reporter Gerd Heidemann präsentiert am 25. April 1983 auf einer Pressekonferenz des Hamburger Magazins «Stern» die angeblichen Hitler-Tagebücher (Archiv).FOTO: dpa / Chris Pohlert

Der „Stern“ feiert seinen 70. Geburtstag und will dabei auch ein besonderes Kapitel nicht unter den Teppich kehren. Beim Tag der offenen Tür zeigt er sieben der falschen Hitler-Tagebücher, die vor 35 Jahren für einen Skandal sorgten.

Das Hamburger Magazin „Stern“ lädt zu seinem 70. Geburtstag an diesem Samstag zu einem Tag der offenen Tür in die Redaktionsräume am Hafenrand ein. Erstmals zeigt der Verlag dabei aus seinen Beständen öffentlich auch sieben der gefälschten Hitler-Tagebücher, die 1983 einen der großen Medienskandale der Nachkriegszeit auslösten. Die Kladden stehen allerdngs nicht im Mittelpunkt der Veranstaltung, sondern sind nur einer unter zahlreichen Programmpunkten. „Wir wollen uns öffnen und Transparenz zeigen“, sagte eine Sprecherin am Freitag.

Den gesamten Tag bietet der Verlag Gruner + Jahr Führungen an, bei denen die Produktion des Blattes erklärt wird. Reporter, Fotografen, Grafiker und Karikaturisten des „Stern“ berichten über ihre Arbeit und diskutieren über aktuelle Themen aus Politik und Journalismus. Geplant sind auch Live-Schalten in die Korrespondentenbüros in Athen, London, New York, Rio de Janeiro und Shanghai sowie Lesungen und Filmvorführungen. Erwartet werden bislang rund 1000 Besucher, die eine Eintrittskarte zum Preis von acht Euro erworben haben.

Die gefälschten Hitler-Tagebücher waren einer der größten Skandale der Mediengeschichte der vergangenen Jahrzehnte. „Die Geschichte des Dritten Reiches muss in großen Teilen neu geschrieben werden“, hieß es im April 1985 großspurig im Editorial des Magazins - über die angeblich aus der Feder des Nazi-Diktators stammenden Aufzeichnungen, die ein „Stern“-Redakteur aufgetrieben haben wollte.

(heif)
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