TV-Komödie

Vom Biedermann zum Liebhaber

Armin (Francis Fulton-Smith, vorne) verliebt sich in Tina (Carin C. Tietze), deren Sohn Hendrik (Florentin Will) nicht begeistert ist.FOTO: ARD Degeto/Frank W. Hempel / Frank W. Hempel

Der schüchterne Armin lernt mit Tina die Frau fürs Leben kennen – doch deren Sohn ist gar nicht einverstanden.

(kna) Jeden Tag fährt er Armin vor der Nase weg: der Aufzug in dem gläsernen Kölner Büroturm, in dem der Mittfünfziger als Bauzeichner arbeitet. Entweder ist er schon voll oder Armin kommt zu spät. Allerdings lässt er das duckmäuserisch auch geschehen. Insofern ist der Fahrstuhl ein Sinnbild für das Leben, das der alleinstehende Mann, dessen engste Bezugsperson seine betagte Mutter ist, an sich vorüberziehen lässt.

Eines Tages aber lernt Armin die lebenslustige Tina kennen. Und kann sein Glück kaum fassen: Denn die Blumenhändlerin erwidert seine Gefühle. Allerdings hat Tina einen 27-jährigen Sohn, der noch immer zu Hause lebt. Der verkrachte Künstler Hendrik ist jedoch nicht gewillt, seine Mutter mit irgendjemandem zu teilen, und nutzt fortan jede Gelegenheit, den Rivalen zu diskreditieren. Das führt in der bitterbösen Komödie „Der Nesthocker“ zu allerlei unschönen Situationen: übergelaufenen Toiletten, durchkreuzten Liebesnächten, vertauschten Geschenken. Der überaus korrekte und konfliktscheue Mann ist angesichts von so viel Perfidie und Hinterlist zunächst heillos überfordert, bläst aber schließlich zum Gegenangriff und versucht, Hendrik mit seinen eigenen Waffen zu schlagen.

Ein höchst unterhaltsames Werk ist dem Gespann aus Drehbuchautor Claudius Pläging und Regisseurin Franziska Meyer Price da gelungen; dass beide im komischen Fach Erfahrung haben, merkt man dem pointensicheren Film an. Mit gutem Rhythmusgefühl und Gespür für Details setzt Price die schnellen, witzigen und schwarzhumorigen Dialoge von Pläging in Szene; kaum eine Pointe, die nicht zünden würde. Aber auch über klassischen Slapstick darf man sich freuen.

(dpa)
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