Kritik an Spielzeugfabriken

Beschäftigte in China arbeiten bis zur Erschöpfung

Kunden stehen zwischen Spielzugregalen eines Walmart Supercenters in Houston (Archiv).FOTO: dpa / David J. Phillip

In der Spielzeugproduktion für Weihnachten haben Beschäftigte in chinesischen Fabriken einer Studie zufolge bis zur Erschöpfung arbeiten müssen.

Unternehmen spielten die Zulieferfabriken mit Preisdruck gegeneinander aus, heißt es im „Toys Report“, den die Christliche Initiative Romero in Nürnberg und Münster veröffentlichte. Das führe zur Ausbeutung der Arbeitskräfte.

Die Menschenrechtsorganisation stützt sich auf Erkenntnisse verdeckter Ermittler zwischen April und September in vier Fabriken, in denen unter anderem die Feuerwehrmann-Sam-Figuren oder Schleich-Tiere vom Band laufen. Um das Spielzeug herzustellen, machten Arbeiterinnen in China in den untersuchten Fabriken demnach 80 bis 175 Überstunden pro Monat. Dies sei ein klarer Rechtsverstoß. Es fehle Schutzkleidung für Beschäftigte, die mit giftigen Chemikalien in Berührung kommen oder unter hohem Lärm- und Staubpegel arbeiten müssen.

Arbeiterinnen hätten Blankoverträge unterschreiben müssen, die ihnen nicht erklärt wurden. In den Fabrikunterkünften fanden die Ermittler den Angaben zufolge Zimmer, in denen bis zu zehn Personen übernachten mussten. Aus den Duschen kam nur kaltes Wasser. In einer der Fabriken hatten die Arbeiterinnen im August 175 Überstunden und nur einen einzigen freien Tag. Die Berechnung der Löhne in den Fabriken ist für die Arbeiterinnen oft nicht nachvollziehbar.

(özi/epd)
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