Mann ist Wiederholungstäter

Klinik in Hessen enttarnt falschen Arzt

Ein Arzt hält ein Stethoskop (Symbolfoto) FOTO: dpa / Patrick Seeger

Ein Hochstapler absolvierte dort mehrere Dienste, bevor er aufflog. Nach einem ähnlichen Vergehen war er gerade erst wieder auf freiem Fuß. Einer aufmerksamen Krankenpflegerin war die Inkompetenz des Mannes aufgefallen.

Ein 38-Jähriger hat sich als Arzt ausgegeben und kurzzeitig in einer Klinik in Hessen gearbeitet. Bereits nach wenigen Diensten sei er wegen seiner Inkompetenz aufgeflogen, sagte Gunther Claus, ärztlicher Leiter im Melsunger Asklepios Klinikum, am Freitag. Das Krankenhaus im Schwalm-Eder-Kreis erstattete gegen den mutmaßlichen Hochstapler Anzeige. Der Mann war wegen ähnlicher Vergehen vor der Tat zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Urteil war noch nicht rechtskräftig, er war gegen Auflagen auf freiem Fuß. Zuvor hatte die „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ (HNA) berichtet.

Der 38-Jährige hatte sich laut Klinik mit gefälschten Unterlagen beworben, nachdem er aus einer Untersuchungshaft entlassen worden war. Das kleine Krankenhaus wusste davon nichts und stellte den Mann für Bereitschaftsdienste im Sommer als Aushilfe an. Nach drei bis vier Diensten sei der Mann aufgefallen. Er habe standardisierte Verfahren bei der Bluttransfusion nicht eingehalten. Eine Krankenpflegerin schöpfte Verdacht. „Er ist an den Schwestern gescheitert“, sagte Claus: „Es ist der Vorteil von kleinen Kliniken, dass man dort noch miteinander spricht.“

Laut Staatsanwaltschaft Kassel sitzt der Mann wieder in Untersuchungshaft. Es sei nicht sein erster Versuch gewesen, Arzt zu sein. Er hatte sich zuvor bei mehreren Kliniken beworben und war zur Probe angestellt worden. Auch dort flog er auf. Deshalb und wegen weiterer Vergehen war er zuletzt zu der Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt worden.

(cpas/dpa)
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