Streit um Missbrauchsvorwürfe

Erben laufen Sturm gegen Michael-Jackson-Doku

Michael Jackson verlässt 2005 einen Gerichtssaal in Santa Barbara, wo er sich wegen Missbrauchsvorwürfen verantworten musste. Der Sänger wurde später freigesprochen. FOTO: AFP / KEVORK DJANSEZIAN

Der US-Sender HBO will eine Dokumentation über Michael Jackson ausstrahlen. Die Erben des „King of Pop“ laufen Sturm gegen den Film. Streitpunkt sind die Missbrauchsvorwürfe gegen Jackson.

Eine neue TV-Dokumentation über Michael Jackson stößt auf massive Gegenwehr seiner Erben. Dass in der Produktion „Leaving Neverland“ zwei Männer mit Missbrauchsvorwürfen gegen den „King of Pop“ zu Wort kämen, aber niemand aus Jacksons Familie oder dessen Bekanntenkreis, sei „schändlich“, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Brief des Anwalts der Hinterbliebenen. Darin wird vor allem HBO für den Entschluss kritisiert, die Doku auszustrahlen. Der US-Bezahlsender gab nicht klein bei und kündigte an, „Leaving Neverland“ dennoch zu zeigen.

Bei den zwei Männern im Zentrum der Kontroverse handelt es sich um Wade Robson und James Safechuck. Beide geben an, dass Jackson sich einst an ihnen vergangen habe. Nach dessen Tod im Juni 2009 verklagten sie vergeblich die Erbengemeinschaft des Popstars.

Vier Jahre zuvor hatte Robson in einem Missbrauchsprozess unter Eid noch zugunsten Jacksons ausgesagt und erklärt, der Sänger habe ihn nie unsittlich berührt. Schließlich endete das Verfahren mit einem Freispruch Jacksons. Jahre später revidierte Robson jedoch öffentlich seine damalige Aussage und beklagte, der „King of Pop“ habe ihm einer Gehirnwäsche unterzogen.

(jco/AP)
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