Neuer Schnee erwartet

Südbayern im Ausnahmezustand

Verschneite Häuser in Ruhpolding (Symbolfoto) FOTO: dpa / Tobias Hase

Tausende Helfer in Bayern sind im Dauereinsatz: Dächer und Straßen räumen, eingeschlossene Bewohner versorgen. Die Bundesregierung kündigt an, die Zahl der Soldaten im Notfall aufzustocken. Und ab Samstag soll es wieder stärker schneien.

Es sind zwar etwas weniger Flocken gefallen, die Schneemassen in Teilen Europas bleiben aber weiter gefährlich. Am Freitag kam der 48-jährige Fahrer eines Schneepflugs im bayerischen Lenggries ums Leben, als sein Fahrzeug auf einer Brücke umkippte und in einen Fluss stürzte. In Bulgarien starben zwei Snowboardfahrer unter einer Lawine, die sie selbst ausgelöst haben. Sie seien außerhalb der Skipisten im südbulgarischen Pirin-Gebirge zusammen mit zwei weiteren Männern unterwegs gewesen, berichteten bulgarische Medien.

An den Flughäfen München und Frankfurt wurden am Freitag jeweils rund 100 Flüge gestrichen. Auch der Bahnverkehr blieb auf vielen Strecken Bayerns unterbrochen. Nach Angaben eines Bahnsprechers fallen auch in den kommenden Tagen zahlreiche Züge aus. In Österreich holte das Bundesheer eine große Schülergruppe aus dem Ruhrgebiet mit zwei Hubschraubern von einer Alm.

In fünf bayerischen Landkreisen gilt mittlerweile der Katastrophenfall. Mehr als 2200 Helfer und Einsatzkräfte waren im südlichen Oberbayern im Einsatz. Die Bundeswehr schickte 350 Soldaten in die tief verschneiten Landkreise. Sie befreiten Dächer von den schweren Schneemassen, versorgten Bewohner in schwer zugänglichen Orten und transportierten Helfer mit gepanzerten Kettenfahrzeugen.

(cpas/dpa)
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