Rote Liste

Fast ein Drittel der heimischen Wildpflanzen ist gefährdet

Bunte Sommerblumen blühen auf einem Feld in Brandenburg (Archivfoto).FOTO: dpa / Patrick Pleul

Wildpflanzen haben es in Deutschland immer schwerer. Der Zustand vieler Arten hat sich gravierend verschlechtert. Das geht aus einem Bericht des Bundesamts für Naturschutz hervor.

Dieser wurde am Mittwoch in Berlin vorgestellt. Danach sind 30,8 Prozent von insgesamt 8650 Farn- und Blütenpflanzen, Moose und Algen in ihrem Bestand gefährdet.

In den vergangenen 20 Jahren habe sich damit der Zustand vieler Wildpflanzenarten in Deutschland gravierend verschlechtert. Gezielte Natur- und Umweltschutzmaßnahmen führten aber auch zu Verbesserungen. So seien etwa die Kornrade und der Fransenenzian nicht mehr gefährdet. Insgesamt bleibe die Lage deshalb unverändert, heißt es im Bericht. Helfen gegen den Artenschwund könnte vor allem eine naturverträgliche Landwirtschaft.

Gründe für Verschlechterungen sehen die Wissenschaftler in erster Linie in zu hohen Nährstoffbelastungen. Das liege vor allem an Überdüngung in der Landwirtschaft sowie an Schadstoffen in der Luft, etwa durch Autoabgase. So lieben zum Beispiel Arnika, Wiesen-Küchenschelle, Ackerwildkräuter und das mittlerweile vom Aussterben bedrohte Flammen-Adonisröschen nährstoffarme Standorte. Dazu zählen auch Moore und Heiden. Bedrohte Pflanzen kommen dort aber immer seltener vor, weil im Boden zu viele Nährstoffe wie Stickstoff oder Phosphor vorkommen.

(hebu/dpa)
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