Kriminalität

Ärzte, so professionell wie im Tatort

Leichenschau im Institut für Rechtsmedizin in Frankfurt: Künftig werden wohl mehr unklare Todesfälle in der Main-Metropole, die eine hohe Kriminalitätsrate besitzt, von Spezialisten untersucht werden. FOTO: Andreas Arnold / dpa

Frankfurt/Main. Frankfurt will mehr Verbrechen aufklären. Dazu sollen häufiger Rechtsmediziner statt Hausärzte zur Leichenschau eingesetzt werden.

Im Fernsehkrimi eilt der Rechtsmediziner zur gefundenen Leiche, der Tatort wird abgesperrt und mit Spezialwerkzeug untersucht. Das echte Leben sieht nach Schilderungen von Polizei und Rechtsmedizin meist anders aus: Stundenlang müssen Beamte am Fundort auf einen Hausarzt warten, der die Leiche dann mangels Ausbildung nur unzureichend begutachtet. Mögliche Spuren eines Verbrechens sind in der Zwischenzeit verwischt, Angehörige des Toten verzweifelt.

In einem Pilotprojekt will die Stadt Frankfurt am Main ihre Leichenschau bei unklaren Todesfällen nun professioneller gestalten und deutlich häufiger Rechtsmediziner einsetzen. So sollen auch mehr Tötungsdelikte entdeckt werden.

„Wir müssen mit einer hohen Dunkelziffer rechnen“, sagte Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer am Freitag. Gerade in Frankfurt als internationaler Großstadt mit Kriminalität, Flughafen und Messe gebe es viele unklare Todesfälle, zu denen die Polizei gerufen wird – tote Menschen ohne Angehörige und Hausarzt, Fälle, bei denen die Hintergründe unklar sind. Auf dem Land sei die Lage anders. Nach Schätzungen sterben in Frankfurt pro Jahr rund 7000 Menschen, zu 935 Fällen wurde die Polizei gerufen. Im Schnitt werden im Jahr in der Main-Metropole 15 Tötungsdelikte ermittelt.

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