Sprachexperten

„Heißzeit“ ist das Wort des Jahres

Die Wahl des Wortes „Heißzeit“ soll die Aufmerksamkeit der Menschen auf das  Klimaproblem lenken. FOTO: dpa / Silas Stein

Wiesbaden. Den Sprachexperten geht es nicht nur um den langen, heißen Sommer. Der Begriff schlage eine Brücke zum Klimawandel.

Der extreme Sommer 2018 hat sich in das kollektive Gedächtnis der Deutschen eingebrannt. Das spiegelt sich auch im Wortschatz wider: Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) kürt den Begriff „Heißzeit“ zum „Wort des Jahres“. Die neunköpfige Jury sei sich in diesem Jahr ungewohnt rasch einig geworden was den ersten Platz angeht, sagt der GfdS-Vorsitzende Peter Schlobinski am Freitag in Wiesbaden.

„Heißzeit“ umschreibe nicht nur den heißen und trockenen Sommer. Das Wort schlage mit seiner Ähnlichkeit zu „Eiszeit“ eine Brücke zu „einem der gravierendsten globalen Phänomene des frühen 21. Jahrhunderts“, dem Klimawandel. „Der heiße Sommer hat uns sehr lange beschäftigt“, sagt Schlobinski. Darüber hinaus mache der Begriff „Heißzeit“ deutlich, „dass wir uns in einem Klimawandel befinden“. Dies sei der entscheidende Faktor bei der Wahl gewesen, betont der Experte. Außerdem sei die Wortschöpfung sprachwissenschaftlich interessant.

Der Begriff sei keineswegs neu. Der Umweltjournalist Franz Alt habe ihn bereits 1992 benutzt, um vor den Folgen des Klimawandels zu warnen. Angesichts des heißen Sommers 2018 und einer aufrüttelnden internationalen Studie zu einer möglichen künftigen Heißzeit hatte die Nutzung des Wortes an Dynamik gewommen. In der Internetsuchplattform Google fanden sich bereits vor der Kür zum Wort des Jahres rund 130 000 Treffer für „Heißzeit“.

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