Nachlese zum „Tatort: Wir kriegen Euch alle“

Unaufgeregte Kommissare

Die Kinderpsychologin Jenschura (Anne Werner) bespricht sich mit den Kriminalhauptkommissaren Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec).FOTO: dpa / Hendrik Heiden

Gerne reichen gestresste Eltern ihren Kindern Tablet, Handy und Co. um ein bißchen Ruhe zu haben. Doch Experten raten zur Vorsicht, wenn die Kleinen mit smarter Technik hantieren. Der "Tatort" aus München zeigt drastisch, warum.

Was war gut? Einiges. Vor allem die Unaufgeregtheit der Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr zum Beispiel. Anders als die Dortmunder oder die Berliner schleppen die Münchner (so scheint es wenigstens) keinen schweren Sack an sozialen Unzulänglichkeiten oder persönlichen Problemen mit sich herum. Gut an den Münchnern ist auch, dass sie mitfühlend sind, ohne sich ranzuwanzen, dass sie nicht versuchen, cooler zu sein, als sie sind. Haben sie einfach nicht nötig. Gruselig-gut ist der Kniff mit der Smart-Puppe Senta, für Schissbuxen ebenfalls nichts: der Masken-Weihnachtsmann, der durch den Garten kommt und ins Haus eindringt.

Was war nicht so gut? Die Episode in der Selbsthilfegruppe und wie sich Kommissar Ivo Batic reinschmuggelt und auch eine Geschichte erzählt, wirkte doch sehr künstlich und klischeehaft. Wollte man herumkritteln, könnte man sagen: Es ist ganz schön viel Handlung drin – Kindesmissbrauch, vermeintlicher Missbrauch, Rache und Selbstjustiz, technische Errungenschaften sowie die Probleme, die sie mit sich bringen, Familienkonflikte.


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