Münster-“Tatort“ am Sonntagabend

Thiel und Boerne in Gefahr

Diesmal ist ein Mörder auf den Spuren von Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) anstatt andersherum. FOTO: dpa / WDR

Nach völlig verkorkstem Beginn ist „Spieglein, Spieglein“ ein geradliniger, guter Münster-„Tatort“.

Nach zwanzig Minuten schwebt der Finger über dem Ausschaltknopf der Fernbedienung: Thiel und Staatsanwältin Klemm, Boerne und seine Assistentin „Alberich“ schreien aneinander an; maximal lautstark, minimal glaubwürdig.

Ein Serienmörder geht um, der Tag für Tag unschuldige Doppelgänger des Ermittler-Quartetts tötet. Und damit die das auch ja mitbekommen, jubelt der Täter den armen Todgeweihten persönliche Gegenstände unter, die er den Originalen zuvor gestohlen hat: Klemms Kippen, Alberichs Schal, Boernes Mütze, Thiels gammelige „gute“ Schuhe.

Eine wirklich schöne Idee – allein die daraus resultierende Panik ist absurd übertrieben gespielt. Aufgerissene Augen und zitternde Hände allüberall, die Skala für ausdrucksvolle Mimik und Gestik wird lustvoll gesprengt. Dazu dieses Geschrei, in Schriftgröße 128, komplett in Großbuchstaben, gefettet und zur Sicherheit noch unterstrichen.

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