Meilenstein der Fernsehgeschichte wird wiederholt

Ein Meilenstein der Fernsehgeschichte

US-Schauspielerin Meryl Streep als Inga Helms-Weiss in der Fernsehserie „Holocaust“. FOTO: -/WDR/Worldvision Enterprises In / -

Der Holocaust als Thema einer Fernsehserie: Vor 40 Jahren war das umstritten. Nun wird die Serie erneut gezeigt.

Wenn am 27. Januar wieder weltweit der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz gedacht wird, ist das aus dem Griechischen stammende Wort mit dem Begriff „Holocaust-Gedenktag“ allgegenwärtig. In den allgemeinen Sprachgebrauch ging es durch die gleichnamige Fernsehserie ein, die im April 1978 zunächst im US-Fernsehen, im Januar 1979 dann auch in Deutschland und vielen anderen Ländern gezeigt wurde. Genau 40 Jahre später wiederholen mehrere Dritte Programme der ARD die US-amerikanische TV-Serie. Der erste der vier Teile läuft am Montag im NDR und WDR sowie am Mittwoch im SWR.

„Holocaust“ ist ein Meilenstein der deutschen Fernsehgeschichte, gilt aber auch als Start der Aufarbeitung der Judenvernichtung im Nationalsozialismus. Diese Wirkung hatten sich die Verantwortlichen nicht träumen lassen. Ihnen ging es ums Geschäft: 1977 hatte der Sender ABC mit seinem Sklaven-Epos „Roots“ Zuschauerrekorde gebrochen. Konkurrent NBC wollte einen Stoff von ähnlicher Sprengkraft.

Millionen Zuschauer zeigten sich von „Holocaust“ erschüttert – vor allem in Deutschland. Was Dokumentationen, historische Bücher und Ausstellungen nicht geschafft hatten, bewirkte eine teils rührselig erzählte Familiengeschichte. Sie markiere „den Beginn der Bereitschaft nun auch eines Massenpublikums, sich mit der NS-Vergangenheit überhaupt auseinanderzusetzen“, so der Politologe Peter Reichel.

(kna/mja)
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