In seinem Heimatort

Amerikanischer Schüler kippt fast hundert Jahre altes Schneeball-Wurfverbot

Der neunjährige Dane Best spricht vor Gemeinderatsmitgliedern in Severance, USA.FOTO: dpa / -

Kinder in der US-Gemeinde Severance haben über Generationen hinweg gegen ein Verbot verstoßen, immer im Winter: Bislang untersagte dort eine Gemeindeverordnung das Werfen von Schneebällen. Dann machte ein Neunjähriger den Kampf gegen das Verbot zu seiner Mission.

Kurz vor Weihnachten hat ein Grundschüler in den USA das fast hundert Jahre alte Schneeball-Wurfverbot in der Gemeinde Severance im Bundesstaat Colorado gekippt. Der Gemeinderat sei einem entsprechenden Antrag des Drittklässlers Dane Best (9) einstimmig gefolgt, sagte Gemeindesprecher Kyle Rietkerk am Mittwochabend (Ortszeit). Er bestätigte damit US-Medienberichte. Dane habe vor dem Gemeinderat unter anderem argumentiert: „Jeder in Severance sollte in der Lage sein, eine Schneeballschlacht zu haben, wie überall auf der Welt.“

Rietkerk sagte, bei einem Schulausflug zum Bürgermeister und zum Gemeinderat sei den Schülern auch von dem antiquierten Verbot erzählt worden, Schneebälle zu werfen. Ihnen sei außerdem gesagt worden, dass sie auch als Kinder eine Stimme hätten. Bürgermeister Don McLeod sagte dem Sender CNN: „Die Kinder waren total verblüfft, als sie herausfanden, dass sie die ganze Zeit gegen das Gesetz verstoßen haben.“ Jedes Jahr ermutige er Kinder bei ihrem Besuch, vorhandene Regelungen zu ändern. „Dane war der erste Schüler, der mich beim Wort genommen hat, und ich bin sehr stolz, dass er das getan hat.“

Was der Ursprung des Verbots gewesen sei, sei unklar, sagte Rietkerk. „Wir haben wirklich keine Ahnung.“ Bekannt sei, dass es seine Wurzeln in einer Regelung aus dem Jahr 1921 habe, wonach keine Wurfgeschosse geworfen werden dürften. Die bisher geltende Gemeindeverordnung untersagt, „Steine oder jegliche anderen Wurfgeschosse“ auf Menschen, Tiere, Gebäude, Bäume, Fahrzeuge oder anderen öffentlichen oder privaten Besitz zu werfen.

(mlat/dpa)
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