Wirbel in Berlin

Waldorfschule lehnt Kind von AfD-Politiker ab

Schüler gehen die Treppenstufen hinauf in eine Schule in Hamburg (Archiv).FOTO: dpa / Maja Hitij

Müssen Waldorfschulen Kinder von rechtslastigen Politikern aufnehmen? Wie tolerant sind bürgerliche und links-alternative Kreise gegenüber Andersdenkenden? In der Hauptstadt wird darüber heftig gestritten.

Eine Berliner Waldorfschule verweigert die Aufnahme des Kindes eines AfD-Abgeordneten im Landesparlament - und löst damit eine heftige Debatte über Toleranz, Kindeswohl und Diskriminierung aus. Am Montag schaltete sich Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ein. Die Juristen von der Schulaufsicht in ihrem Haus würden den Schulträger noch am gleichen Tag um eine Stellungnahme zu dem Fall bitten, kündigte eine Sprecherin an. Senatorin Scheeres sehe es „sehr kritisch“, falls die Schule die Ablehnung des Kindes nach der politischen Gesinnung der Eltern entschieden habe.

Nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ soll es schon seit Monaten Streit und heftige Diskussionen bei Eltern und Lehrern gegeben haben. Viele stellten sich gegen die Aufnahme des Kindes, das zusammen mit einem Geschwisterkind den dazugehörigen Waldorf-Kindergarten besucht.

Vergangene Woche fiel die Entscheidung. Zur Begründung wurde das Kindeswohl angeführt. Der Geschäftsführer des Trägervereins der Waldorfschule teilte der „Berliner Zeitung“ mit: „Um eine einvernehmliche Lösung des Konfliktes wurde gerungen – sie konnte aber nicht erreicht werden.“ Weiter hieß es: „Angesichts dieses Konfliktes sieht die Schule keine Möglichkeit, das Kind mit der nötigen Unvoreingenommenheit und Unbefangenheit aufzunehmen – beides sind Grundvoraussetzungen, um die Entwicklung des Kindes angemessen zu fördern.“

(özi/dpa)
top