Merkel in Griechenland

Berlin und Athen pochen auf solidarische Flüchtlingspolitik

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht mit dem griechischen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos. Foto: Angelos Tzortzinis FOTO: Angelos Tzortzinis

Athen. Deutschland und Griechenland pochen angesichts der dramatischen Flüchtlingslage auf einigen Ägäis-Inseln darauf, dass die EU das Migrationsproblem gemeinsam und solidarisch angeht.

„Auf Dauer kann es nicht akzeptabel sein, dass einige europäischen Länder sagen, dieses Problem interessiert uns überhaupt nicht“, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei Gesprächen in Athen. Nur mit Solidarität sei die Flüchtlingskrise zu bewältigen - darin teile sie die griechische Position.

Der griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos sagte, nur gemeinsam in der EU könne man das Problem angehen. Er würdigte die Migrationspolitik Merkels angesichts deutscher Kritik an ihrem Kurs als geradezu historisch. Die Kanzlerin habe große Courage bewiesen.

Merkel kritisierte: „Wir haben einige Länder, die sagen: Wenn wir Flüchtlinge aufnehmen, dann geben wir damit das Signal, dass wir illegale Migration fördern, und das ist das falsche Signal. Wir müssen abschrecken“, erklärte die Kanzlerin Schülern bei einem Besuch der Deutschen Schule Athen und stellte klar: „Ich glaube nicht an diese Abschreckung. Also: Ich muss nur alles schrecklich genug machen, dann wird keiner mehr kommen.“ Es müssten vielmehr in den Herkunftsländern der Flüchtlinge Perspektiven geschaffen werden.

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