Brexit

Theresa May kommt Labour ein bisschen entgegen

Premierministerin Theresa May. FOTO: dpa / Dominic Lipinski

Großbritanniens Premierministerin schreibt einen überaus netten Brief an Labour-Chef Jeremy Corbyn. Sie kündigt ein paar Zugeständnisse beim Brexit an, nur bei der Zollunion bleibt sie hart.

„Lieber Jeremy“, begann Theresa May einen für ihre Verhältnisse freundlichen Brief an den Labour-Chef. Die britische Premierministerin antwortete damit auf eine Offerte des Oppositionsführers Jeremy Corbyn aus der vergangenen Woche. Wenn fünf Bedingungen erfüllt würden, hatte Corbyn angeboten, werde seine Labour-Partei für den Austrittsvertrag stimmen. Theresa May könnte Unterstützung für ihren Brexit-Deal gut gebrauchen, weil ihr der Widerstand von zahlreichen Parteifreunden in ihrer eigenen Regierungsfraktion entgegenschlägt.

Mit ihrem Brief deutete die Premierministerin einen weicheren Brexit an, als ihn sich viele Konservative wünschen würden. Bei einer zentralen Bedingung Corbyns zeigte sich May allerdings reserviert. Labour will eine „permanente und umfassende Zollunion“ mit der EU. May antwortete, dass sie eine Verhandlungslinie habe, die die Vorteile einer Zollunion verfolgt, aber gleichzeitig eine unabhängige Handelspolitik mit Drittstaaten anstrebt.

Bei anderen Forderungen gab sich May jedoch entgegenkommend. Man werde bei Arbeitnehmerrechten und Umweltstandards keine Abstriche machen, versicherte sie Corbyn, wolle bei vielen EU-Programmen weiter teilnehmen und auch weiterhin eine enge Sicherheitspartnerschaft verfolgen. „Unsere Teams“, schrieb die Premierministerin, „sollten sich sobald wie möglich treffen.“

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