Drittgrößte Reserven der Welt

Salvini denkt über Verkauf des italienischen Goldschatzes nach

Matteo Salvini (Archivbild). FOTO: AP / Angelo Carconi

Für das chronisch klamme Italien könnte es einen Ausweg geben. Das zumindest glaubt Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini. Er bringt den Verkauf der Goldreserven zum Stopfen von Haushaltslöchern ins Spiel.

"Das ist keine Angelegenheit, die ich verfolge, aber es könnte eine interessante Idee sein", sagte der Politiker von der rechten Lega am Montag zu Reportern in Rom. Zuvor hatte die Zeitung "La Stampa" berichtet, dass die Regierung den Verkauf eines Teils der von der Notenbank gehaltenen Goldreserven erwäge, um eine Korrektur der Haushaltspläne für das laufende Jahr und eine Mehrwertsteuererhöhung 2020 zu vermeiden.

Das hoch verschuldete Land verfügt hinter den USA und Deutschland weltweit über die drittgrößten Goldreserven - Insgesamt waren es voriges Jahr laut der Lobbyorganisation World Gold Council 2451,8 Tonnen des Edelmetalls. Frühere Pläne Roms, Teile der Goldreserven zur Aufbesserung der klammen Staatskasse zu verkaufen, waren am Widerstand europäischer Behörden gescheitert. Diese sehen dadurch die Unabhängigkeit der Notenbank gefährdet.

Bereits am Wochenende hatte Salvini bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem Vize-Regierungschef Luigi Di Maio für Aufsehen gesorgt, als er die Währungshüter attackierte. Er forderte im Zusammenhang mit einem Jahre zurückliegenden Bankenskandal, dass das Management der Zentralbank "komplett ausgeräumt" werden müsse.

(felt/Reuters)
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