Analyse

Israel schadet Trumps UN-Rückzug am meisten

Der US-Präsident hat recht mit seiner Kritik, im UN-Menschenrechtsrat säßen Heuchler und Zyniker. Tatsächlich schweigt der Rat oft, wenn er seine Stimme erheben müsste, und hat sich stattdessen Israel zum Lieblingsfeind erkoren. Trotzdem ist der Austritt der USA kurzsichtig.

US-Präsident Donald Trump verschärft seinen Feldzug gegen die Vereinten Nationen. Während die westliche Welt schaudernd auf Käfige mit Migrantenkinder in den USA schaut, verfügt Trump den Austritt seines Landes aus dem Menschenrechtsrat der Uno – nach den Kürzungen der US-Beiträge an die Uno, dem geplanten Rückzug vom Uno-Klimaabkommen, dem angekündigten Abgang aus der Bildungs- und Kulturorganisation Unesco, der Aufkündigung des Iran-Abkommens und dem Beginn des Handelskriegs.

Im Kern lautet Trumps Kritik wie folgt: Auf den Stühlen des Menschenrechtsrats im Genfer Palais der Nationen habe sich eine zynische Koalition der Täter niedergelassen. Sie schützten sich gegenseitig, sorgten mit allerhand Winkelzügen dafür, dass der UN-Rat die Folter, die Unterdrückung und die Gewalt in ihren Ländern nicht anprangert. Gleichzeitig aber stehe der US-Verbündete Israel in Genf unter diplomatischem Dauerfeuer.

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