Nach Klagen über Diskriminierung

EU-Parlament kritisiert Vorgehen deutscher Jugendämter

Eine Frau geht an einem Jugendamt in Stuttgart vorbei (Symbolbild).FOTO: dpa / Bernd Weissbrod

Seit zehn Jahren häufen sich beim Petitionsausschuss des Europaparlaments Klagen nichtdeutscher Eltern. In der Debatte hatte zuvor vor allem polnische Abgeordnete die deutschen Jugendämter kritisiert.

Das Europaparlament hat deutsche Jugendämter aufgefordert, Rechte von Kindern mit einem nichtdeutschen Elternteil angemessen zu wahren. Hintergrund sind Klagen von Eltern über mutmaßliche Diskriminierung und willkürliche Maßnahmen, wie das Parlament am Donnerstag in Brüssel mitteilte.

Beim Petitionsausschuss häuften sich schon seit zehn Jahren Eingaben nichtdeutscher Eltern gegen das Verhalten der Jugendämter, hieß es. „Die Abgeordneten äußern ihre Besorgnis über die von den Petenten angesprochenen Fälle.“ Das Parlament fordere für Kinder binationaler Paare das Recht, ihre Identität zu behalten.

In einer Debatte vor einigen Wochen hatten vor allem polnische Abgeordnete die deutschen Jugendämter kritisiert. So sei Eltern verboten worden, mit ihren Kindern in ihrer Muttersprache zu reden. Auch nach der Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Europaparlament hatte der polnische Abgeordnete Ryszard Legutko (PiS) das Thema angesprochen.

(mlat/dpa)
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